Expertin sagt jetzt Termin für Pleitewelle voraus

Wirtschaftsexperten zittern: Eine Pleitewelle mit hohen Arbeitslosenzahlen wird erwartet.
Wirtschaftsexperten zittern: Eine Pleitewelle mit hohen Arbeitslosenzahlen wird erwartet.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Die Wirtschaft schlägt Alarm: Durch die Finanzhilfen haben viele Unternehmen bisher überlebt. Doch jetzt sollen Betriebe reihenweise untergehen.

Umfrage unter Unternehmensberatern der Wirtschaftskammer zeichnet ein dramatisches Bild: Rund ein Drittel der Berater habe Unternehmenschließungen mit Kunden besprochen, ein Viertel bereits konkrete Schließungspläne ausgearbeitet. "Das hat für die gesamte Wirtschaft natürlich einen extremen Effekt", sagt Unternehmensberaterin Claudia Strohmaier im Ö1-"Morgenjournal". Wenn Unternehmen Betriebe aufgeben würden, führe das zu zusätzlichen Freisetzungen von Mitarbeitenden.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmensberater hatte auch schon mit Betrieben gesprochen, die vorhaben, weitere Mitarbeiter zu kündigen. Ein "Warnsignal" sei laut Strohmaier, dass immer mehr kleine Betriebe dabei seien: "Ein kleines Unternehmen trennt sich nun mal nicht so einfach, auch die großen Unternehmen trennen sich nicht einfach von Mitarbeitenden. Aber man stelle sich vor, ein Unternehmen mit vier Leuten, fünf Leuten, da ist es noch viel Dramatischer, wenn da ein, zwei Mitarbeiter freigesetzt werden sollen."

"Ich glaube, dass das eine Pleitewelle, wenn ich das so formulieren darf, nach sich ziehen wird."

2020 seien Firmeninsolvenzen auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren gesunken, das werde 2021 nicht so bleiben, sagt Strohmaier. "Wenn die nicht mehr zusätzliche Liquiditätsreserven haben, dann wird spätestens mit dem Auslaufen der Stundungen, also Ende Juni 21 in der aktuellen Situation, wird's zu massiven Liquiditätsengpässen kommen. Ich glaube, dass das eine Pleitewelle, wenn ich das so formulieren darf, nach sich ziehen wird." 

Ein ähnliches Bild zeichnet laut Ö1-Beitrag eine Studie der TU Wien und der Creditreform. Unternehmensausfälle (über 90 Tage im Zahlungsverzug oder mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Nachkommen der Zahlungsverpflichtungen) seien bisher gering geblieben, da sich durch die Unterstützungszahlungen eine "Coronablase" gebildet habe. Die geringen Ausfälle stünden im Widerspruch zur Corona-Situation, heißt es von der TU. Die "Coronablase" werde jedenfalls platzen, früher oder später.

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