Expertin zerreißt Klimaplan und pocht auf Fahrverbote

Stau auf der Wiener Ringstraße: Eine Expertin sagt, dass Fahrverbote schnell kommen müssten.
Stau auf der Wiener Ringstraße: Eine Expertin sagt, dass Fahrverbote schnell kommen müssten.Karl Schöndorfer / picturedesk.com
Für Sigrid Stagl, Umweltökonomin an der Wirtschaftsuni Wien, segeln wir mit dem aktuellen Klimaplan an den Zielen weit vorbei. Ihr Vorschlag: Verbote.

Sieben Prozent weniger CO2-Ausstoß pro Jahr müsste Österreich aufweisen, damit man die EU-Vorgaben bis zum Jahr 2030 einhalten könne. Funktioniert das mit den derzeitig geplanten Maßnahmen? "Wenn wir bei null aussteigen, müssen wir fast froh sein", attestiert die Umweltökonomin Sigrid Stagl im Ö1-"Morgenjournal". Statt zu sinken, werde der CO2-Ausstoß im kommenden Jahr eher steigen, so die Expertin, mit großen Effekten sei noch nicht zu rechnen.

Expertin sieht CO2-Reduktion floppen

"Ich würd nicht erwarten, dass es überhaupt zu einer Senkung kommt", so Stagl. Grund sei einerseits, dass es in der Corona-Pandemie einen "Rebound" bei der Mobilität gegeben habe, andererseits, dass die geplanten Maßnahmen bei den Kosten zu niedrig angesetzt seien. Dadurch würde man nun teils mehr Fahrten statt weniger Fahrten verzeichnen. Und: Mit steuerlichen Anreizen und Vorteilen "issen wir nicht so genau, wie die Menschen darauf reagieren", so die Expertin.

Selbst wenn aber die Menschen positiv auf Unterstützungen etwa beim Heizungswechsel reagieren würden, lasse sich ein Engpass bei der Installation von Photovoltaikanlagen und dem Tausch von Heizkesseln nicht leugnen. Man müsse "Leadership" zeigen und den Menschen klar machen, dass ihre Entscheidungen wichtig seien, so Stagl, und nicht auf "weiter umweltschädliche Subventionen" setzen. Es brauche zudem eine regelmäßigere Klimagas-Messung.

Verbote für Stadtverkehr gefordert

Doch wie könne Österreich noch die Klima-Kurve kriegen? Durch Verbote, und das möglichst schnell, so Stagl. Die Entscheidung, ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor in der EU zu verkaufen, sei ein Ansatz, den man auf regionale Ebene herunterbrechen könne, so die Expertin. Etwa, dass verschiedene Typen von Fahrzeugen in Stadtgebieten möglichst schnell nicht mehr fahren dürften: "Je weniger man über den Preis steuert, umso mehr muss man über Regulierungen steuern."

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