Fälle von Kapillarlecksyndrom nach AstraZeneca-Impfung

Laut EMA ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Berichten über das Kapillarlecksyndrom gibt.
Laut EMA ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Berichten über das Kapillarlecksyndrom gibt.Stefan Sauer / dpa / picturedesk.com
Nach dem eindeutigen Zusammenhang zwischen Thrombose-Fällen und dem Impfstoff, prüft die EMA nun auch die Verbindung mit einer weiteren Erkrankung.

Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca sorgt erneut für Schlagzeilen: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vakzin und dem Kapillarlecksyndrom.

Bisher seien fünf Fälle nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin in der EudraVigilance-Datenbank – eine europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen – erfasst worden, teilte die Behörde mit.

Seltene, aber schwere Gefäßerkrankung

Bei dem sehr seltenen, auch als Clarkson-Syndrom bekannten Leiden ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, sodass Plasma austritt, es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt. Die Folge können unter anderem ein Herzkreislauf-Kollaps, akutes Nierenversagen oder eine Wasserlunge sein.

Wie die EMA schreibt, handle es sich um ein "Sicherheitssignal", das jetzt zu weiteren Untersuchungen führt. Demnach wird das EMA-Sicherheitskomitee PRAC alle verfügbaren Daten evaluieren und versuchen zu klären, ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung gibt. Nähere Informationen zu den fünf Fällen wurden nicht bekanntgegeben.

Nebenwirkung Thrombose

Erst vor einigen Tagen hatte die EU-Behörde den Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und Fällen von Hirnvenenthrombosen bestätigt. Dennoch kam sie zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiegt. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn treten nach EMA-Angaben ungefähr im Verhältnis 1 zu 100.000 auf. Die Arzneimittelbehörde empfahl deshalb lediglich, Blutgerinnsel künftig als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffs aufzuführen.

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