Fährunglück vor Südkorea: Bub schickte erstes SOS

Kein Wunder, dass die Eltern ohnmächtig vor Zorn und Trauer sind. Der erste Notruf von der Todesfähre kam nicht von der Besatzung. Stattdessen setzte ein Bub, ein Passiere auf dem Boot, den Notruf ab. Völlig verängstigt berichtete er, dass die Führe sinke. Nun mussten die Eltern seine Leiche identifizieren. Jetzt wurde außerdem bekannt, dass das Schiff bereits beschädigt sein dürfte.

Kein Wunder, dass die Eltern ohnmächtig vor Zorn und Trauer sind: Der erste Notruf von der Todesfähre kam nicht von der Besatzung. Stattdessen setzte ein Bub, ein Passiere auf dem Boot, den Notruf ab. Völlig verängstigt berichtete er, dass die Führe sinke. Nun mussten die Eltern seine Leiche identifizieren. Jetzt wurde außerdem bekannt, dass das Schiff bereits beschädigt sein dürfte.

Eine Woche hat es gedauert, bis Taucher zur Kinderleiche vordringen konnten. Der mutige Junge reagierte schneller als alle anderen - und vor allem schneller als der feige Kapitän und seine unfähige Mannschaft, die sich dann vom Acker machten, während ihre Passagiere hilflos starben. Vier weitere wurden am Freitagnachmittag vehaftet.

Inzwischen sind 180 Tote bestätigt, aber 120 Passagiere sind noch abgängig. Die Hoffnung, dass es noch Überlebende gibt, ist gleich null.  An Bord der Unglücksfähre befanden sich auch 352 Schüler einer Mittelschule der Stadt Ansan sowie rund ein Dutzend ihrer Lehrer, die zu einem Ausflug auf die Urlaubsinsel Jeju wollten. Nur 75 der Jugendlichen überlebten das Unglück. . Überlebt haben 174 Personen, darunter der 69-jährige Kapitän und zwei Drittel seiner Mannschaft.

Der Zorn auf die Verantwortlichen kennt keine Grenzen. Die . Den Eltern reicht das nicht. Einige wollen eine Obduktion ihrer toten Kinder. Sie glauben, dass ihre Töchter und Söhne überlebt hätten, wenn die Bergung nicht so lange gedauert hätte. Die Theorie: Die Kinder überlebten in Lufteinschlüssen. Weil die Taucher im trüben Wasser vier Tage brauchten, um zu den Eingeschlossenen vorzudringen, starben die Passagiere trotzdem.

Schiff bereits beschädigt

Die Besatzung hatte bereits zwei Wochen vor dem Unglück die Reperatur beantragt- ohne Erfolg. Experten halten das für eine mögliche Unglücksursache. Zudem hat die Polizei die Büros der Schiffsbetreiber untersucht, ihnen wird Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen.

APA/red.

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