Fake-Testzertifikate: Bei Verwendung droht Strafe

Das Fake-Zertifikat schaut einem offiziellen Zertifikat ziemlich ähnlich.
Das Fake-Zertifikat schaut einem offiziellen Zertifikat ziemlich ähnlich.Screenshot
In Oberösterreich tauchten zuletzt gefälschte Testzertifikate auf. Vorsicht: Wer diese verwendet und erwischt wird, riskiert eine Strafe.

Am Sonntag warnte das Land Oberösterreich offiziell vor zumindest einer Homepage, auf der man sich täuschend echt aussehende Fake-Testzertifikate ausstellen lassen kann.  

"Heute"machte den Test*. Im Grunde ist die Seite nichts anderes als ein PDF-Generator. Dort gibt man seinen Namen, das Geburtsdatum und irgendein Testcenter an – und schon hat man sein Fake-Zertifikat, das man sich ausdrucken kann. Und weil das so täuschend echt aussieht, ist es natürlich in der Gastronomie oder beim Friseur eigentlich kaum möglich, es als Fälschung zu erkennen. Denn sogar der QR-Code ist aktiv und leitet auf eine täuschend echt aussehende Seite.

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Haftstrafe möglich

Aber Achtung: Wer so ein gefälschtes Zertifikat verwendet, riskiert sogar eine Gefängnisstrafe. Michael Lanzinger, Anwalt und Experte in Sachen Cybercrime erklärt: "Für mich ist der Fall da recht klar: Bereits auf den ersten Blick ergibt sich bei der Website ganz klar, dass man hier unrichtige Testzertifikate erstellen kann. Das sollte sogar einem Laien klar sein, insbesondere, wenn die Website nur schwer erreichbar ist."

Und deshalb ist auch die Verwendung eines falschen Zertifikates laut Lanzinger strafbar: "Ein solches Zertifikat ist jedenfalls eine Urkunde im rechtlichen Sinn, da sie eine verschriftlichte Information darstellt." Damit ist nicht nur die Herstellung, sondern natürlich auch die Verwendung strafbar. 

Auf Urkundenfälschung drohen in Österreich übrigens bis zu einem Jahr Haft. Allerdings wird es im Fall einer Verurteilung laut Lanzinger wohl eher zu einer Geldstrafe (bis zu 720 Tagessätze) kommen. Aber: Wer bei der Verwendung eines der Fake-Zertifikate erwischt wird, der hat wohl auch noch mit einer Verwaltungsstrafe nach den Covid-Gesetzen zu rechnen.

Betreiber 

Ganz anders sieht das aber für den Macher der Fake-Seite aus. "Betrug scheidet eher aus, weil er ja kein Geld verlangt", sagt der Welser Anwalt im Gespräch mit "Heute". Aber: "Der Betreiber oder Ersteller der Website ist eigentlich bei jeder fabrizierten Urkunde als Beihelfer ebenso strafbar, bei ihm wird es daher zu einer ziemlichen Menge an Vorwürfen kommen."

Wer hinter der Homepage steckt, lässt sich übrigens derzeit nicht herausfinden, er ist anonym. Die Seite wurde über einen deutschen Domainhändler ins Netz gestellt. Auffallend ist allerdings, dass es die gefälschten Zertifikate derzeit nur für die Bundesländer Oberösterreich, Salzburg und Tirol gibt.

* Wir nennen sehr bewusst die Adresse der Homepage nicht, um niemanden in Versuchung zu führen, sich ein gefälschtes Zertifikat auszudrucken. Zudem wollen wir natürlich nicht Werbung für diese Homepage machen (Anmerkung der Redaktion). 

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