Falscher "Beauty-Doc" war früher Lastwagen-Fahrer!

Angeklagter (l.) und Anwalt Andreas Strobl (r.)
Angeklagter (l.) und Anwalt Andreas Strobl (r.)Denise Auer
Nach einer verpfuschten Gesichts-OP zeigte eine Wienerin ihren "Arzt" an. Der geständige Serbe musste vor Gericht und will nun wieder Trucks lenken. 

Eine billige Beauty-Behandlung musste eine Wienerin mit Schmerzen bezahlen: Sexy "Fox-Eyes" um 400 Euro und diverse Botox-Lippenbehandlungen versprach ein in Wien lebender Serbe via Social Media jungen Frauen. In extra angemieteten Wiener Innenstadtwohnungen behandelte der 33-Jährige dutzende Kundinnen. Darunter auch eine Wienerin, die sich die Augenbrauen am 23. April liften ließ. Ihre Wunden entzündeten sich, kurze Zeit musste sie mit extremen Schmerzen ins Spital, "Heute" berichtete. Anschließend zeigte die Betroffene ihren "Beauty-Doc" an, der laut Gutachten des renommierten Wiener Schönheits-Chirurgen Dr. Worseg nicht ausreichend aufgeklärt habe und nicht "lege artis" operiert hätte. 

Anklage wegen schwerer Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft klagte den "falschen Arzt" wegen schwerer Körperverletzung und Kurpfuscherei an – am Wiener Landesgericht bekannte er sich am am Dienstag teilschuldig. "Ich habe sie und mindestens dreißig weitere behandelt, aber nie behauptet ich wäre Arzt", sagte er zum Richter. Verteidiger Andreas Strobl vermutete, dass die meisten Kundinnen auf diesem Weg bewusst den vorgeschriebenen Psychotests beim seriösen Schönheits-Doktor umgehen wollten.

Falscher "Doc" muss 8.700 Euro zahlen

Die Technik und medizinischen Handgriffe der Behandlungen habe der Angeklagte in Russland erlernt und dort oft erfolgreich durchgeführt. "Ich brauchte das Geld, deshalb wurde ich auch in Wien aktiv– es war ein riesiger Fehler", gab der Mann zu Protokoll und akzeptierte 5.700 Euro Schmerzensgeldansprüche der Betroffenen. Man einigte sich schlussendlich auf eine Diversion und 3.000 Euro Strafe. "Ein guter Kompromiss", war Anwalt Strobl zufrieden: Wie er das alles binnen drei Monaten bezahlen will, wollte der Richter von ihm wissen. Überraschende Antwort: "Ich könnte wieder als Lkw-Fahrer arbeiten."  

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