Er prägte den Sound einer ganzen Generation. Nun ist Francis Buchholz verstorben. Der frühere Scorpions-Bassist starb am Donnerstag, dem 22. Jänner, im Alter von 75 Jahren. Das teilte seine Familie in einem emotionalen Statement mit. Buchholz habe "friedlich im Beisein seiner Angehörigen" nach schwerer Krankheit Abschied genommen.
Von 1973 bis 1992 war Buchholz Mitglied der Scorpions und damit Teil jener legendären Besetzung, die der Band weltweiten Ruhm bescherte. In diese Ära fallen unvergessene Klassiker wie "Rock You Like a Hurricane", "Still Loving You" und natürlich "Wind of Change" – Songs, die bis heute Stadien füllen und Rockgeschichte schrieben.
Seinen Abschied von der Bühne wählte Buchholz ganz bewusst. 1992, kurz nach dem globalen Durchbruch des Albums "Crazy World", zog er sich aus dem intensiven Tourleben zurück. Der Grund: die Geburt seiner Zwillingstöchter. Das Familienleben stellte er über die Karriere im Rampenlicht. Ein Schritt, der seinen engen Angehörigen bis heute viel bedeutet.
"Wir sind tieftraurig", schreibt die Familie. "Während seines Kampfes gegen die Erkrankung waren wir stets an seiner Seite und haben jede Herausforderung gemeinsam getragen. Francis war ein Familienmensch. Worte können unsere Trauer nicht beschreiben."
Zurück bleiben seine Ehefrau Hella sowie die gemeinsamen Kinder Sebastian, Louisa und Marietta. Die Familie bittet um Respekt und Privatsphäre.
Ganz verschwunden aus der Musikwelt war Buchholz jedoch nie. Nach seiner Scorpions-Zeit arbeitete er zunächst als Berater in der Branche, ehe er später noch einmal auf die großen Bühnen zurückkehrte. Mit Michael Schenker’s "Temple of Rock" begann ein neues Kapitel. Gemeinsam mit alten Weggefährten wie Michael Schenker und Herman Rarebell veröffentlichte er vier weitere Alben.
Der Tod von Buchholz ist nicht der erste schmerzliche Verlust für die Scorpions in jüngerer Zeit. Bereits 2024 verstarb Ex-Schlagzeuger James Kottak im Alter von 61 Jahren. Er hatte die Band ab 1996 geprägt und war unter anderem auf dem Album "Eye II Eye" (1999) zu hören. 2016 trennten sich die Wege – laut Bandangaben auch wegen seiner Alkoholprobleme.
Mit Francis Buchholz verliert die Rockwelt nun einen stillen Giganten. Einen Musiker, der nie im Vordergrund stehen wollte, aber den Sound der Scorpions entscheidend mitgeprägt hat.