Faßmann: "Schule ist nicht Ort der Infektionen"

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am 30.09.2020
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am 30.09.2020ROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com
"Wer macht in seinem Leben schon alles richtig?": Bildungsminister Faßmann spricht über Schulschließungen, Stoßlüften und Schulbusse.

Samstagmittag war Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei Stefan Kappacher im "Journal zu Gast“ auf "Ö1". Er fordert die Offenhaltung von Schulen zu (fast) jedem Preis. Damit liegt er auf einer Linie mit führenden Virologen. Das Recht auf Bildung würde schließlich dem Recht auf Gesundheit ebenbürtig gegenüberstehen. Als Vorbild sieht er hier Irland.

Lehrer vertrauen Faßmann, Faßmann vertraut Lehrern

Eine weitere Forderung Faßmanns ist das "Freitesten" von K1-Lehrern nach fünf Tagen, um so den Schulbetrieb zu gewährleisten. Auch Tourismusministerin Köstinger besteht auf diese Regelung, Kritik kommt von Virologen und der Opposition. SPÖ-Klubobfrau und  Epidemiologin Pamela Reindi-Wagner findet das "grundsätzlich richtig", aber erst nach Tag sieben ("Heute" hat berichtet)

Der heutige Freitag ist vielerorts der letzte Schultag für eine Woche. "Es gibt keinerlei Absichten, nach den Herbstferien zu einer schulischen Schließung zu kommen", beruhigt Faßmann. Das sehe die gesamte Bundesregierung so, auch das Vertrauen der Lehrer sieht er gegeben. Diese würden genauso den Appell, Schüler nicht sofort heimzuschicken, unterstützen.

Lüften ohne CO2-Gerät möglich

"Die Schule ist nicht Ort der Infektionen", stellt der Bildungsminister erneut klar. Hier müsse die Proportionalität gewahrt werden, denn von den 5.800 Schulen sind lediglich sieben aktuell geschlossen. Das liege auch daran, dass der Mund-Nasen-Schutz in Schulen gut funktioniere. "Die Lage hat sich noch nicht zugespitzt."

Eine der wichtigsten Maßnahmen in Schulen ist momentan auch das regelmäßige Stoßlüften, um eine Verbreitung der Aerosole zu erschweren. Hier versteht Faßmann die Berichte von verkühlten Schülern nicht so recht. Die Empfehlung laute schließlich, alle 15 bis 20 Minuten "kurz" zu lüften, einer Untersuchung zufolge fällt die Temperatur dadurch "um vielleicht drei Grad".

CO2-Geräte wären zu diesem Zweck in keinster Weise behilflich, denn regelmäßiges Lüften "ist etwas, das man ohne CO2-Gerät machen kann". Faßmann appelliert an den Hausverstand aller Beteiligten. Ein verstärktes Angebot an Schulbussen, um Gedränge im Inneren zu verhindern, entziehe sich seiner Kompetenz. Hier wären die Verkehrsbetriebe vor Ort gefordert.

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