Faßmann verrät, ob Schuljahr bis August verlängert wird

Bildungsminister Heinz Faßmann
Bildungsminister Heinz FaßmannScreenshot ORF
Ab Montag öffnen die Schulen vielerorts wieder. Vieles sorgt noch für Diskussionen. In der Pressestunde äußerte sich hierzu Bildungsminister Faßmann.

Am Sonntag in der ORF-Pressestunde mit Matthias Westhoff war Bildungsminister Heinz Faßmann zu Gast. Im Rahmen der Sendung ging er auf verschiedene Fragen des Moderators und der Chefredakteurin der Furche, Doris Helmberger-Fleckl, rund um die Schule und deren Öffnung ein.

Gleich zu Beginn ging es darum, wie lange die Schulen nun offenhalten werden bzw. wie klug es denn überhaupt sei, die Schulen zu öffnen. Die 7-Tages-Inzidenz in Österreich beträgt derzeit nämlich 105 - ein Wert, bei dem Deutschland beispielsweise gerade erst einmal mit Diskussionen rund um eine mögliche Schulöffnung beginnt. Kann das gut gehen? Faßmann ist überzeugt - ja. Immerhin habe man ein "ordentliches Konzept entworfen und umgesetzt", wobei er stolz anmerkte, dass es sich bei der Strategie für die Schulen um eine "einmalige Sache in Europa" handelt.

Keiner gezwungen, Test zu machen

Doch auch bei dem Thema "Tests" herrscht noch viel Uneinigkeit bei allen Betroffenen. Wenig Verständnis gibt es zum Teil noch dafür, dass dadurch in das Recht auf Bildung eingegriffen wird, weshalb auch viele juristische Schritte - sprich Klagen - von Eltern erwartet werden. Noch Anfang Jänner schilderte Faßmann, dass verpflichtende Tests für ihn keine Lösung seien, eben aus dem Grund, nicht in das Erziehungsrecht eingreifen zu wollen. (Mehr dazu hier >>)

In der Pressestunde verteidigt er sich: es bestehe ja nach wie vor keine Testpflicht. All jene, die sich nicht testen lassen wollen, müssten dies auch nicht tun. Der Preis für das Nicht-Testen ist allerdings der (gezwungene) Verzicht auf den Präsenzunterricht und der Wechsel in das Homeschooling. Doch der Bildungsminister argumentiert: 

"Das Konzept kann nur funktionieren, wenn alle in der Klasse getestet sind."

Vielen Eltern bereitet jedoch auch die Tatsache Sorgen, dass die Trefferquote der Anterionasaltests nur bei 41 Prozent liegt. (Mehr dazu hier >>) Kann es zu Cluster-Bildungen kommen? Können Schulen bei Verdacht geschlossen werden? Laut Faßmann müsse man zwischen zwei Schulschließungen unterscheiden - die eine geschehe durch das Epidemiegesetz, sprich im Falle einer Häufung von Infektionen, bei der anderen handele es sich um eine "prophylaktische" Schulschließung. Letztere diene dazu, "zu schauen, wo die Quelle hoher Inzidenzen liegt". In solch einem Fall müsse man sich mit den Länderbehörden verständigen und beraten. 

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Keine FFP2-Maske für Lehrer - warum?

Ein weiteres Thema, das für Zündstoff sorgt, ist die Regelung rund um das Tragen von Masken im Unterricht. Schüler - ausgenommen Volksschüler -  müssen auch während der Stunde eine Maske aufbehalten, obwohl sie sich zwei Mal in der Woche testen. Lehrpersonen, die sich nur ein Mal wöchentlich einem Test unterziehen müssen, sind hingegen von einer FFP2-Maskenpflicht befreit. Das Problem hier liege laut dem Bildungsminister darin, dass dieser Bereich von zwei Ministerien übergreifend geregelt wird.

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Zudem sorgt auch die mangelnde Organisation der Homeschooling-Tage für Unverständnis und Ärger. Hier wird alles auf die Lehrer und die Schulen umgewälzt, weil es keine klaren Vorgaben gibt. Bei der Frage nach einer hybriden Form des Unterrichts, bei der die Schüler etwa auch von daheim per Livestream zum Unterreicht zugeschaltet werden, gab es ebenso keine konkrete Antwort. Grundsätzlich eine gute Idee, aber auch nur dann umsetzbar, wenn jener technisch möglich ist. Auf die Frage, warum die Schulen nicht entsprechend für so etwas ausgerüstet wurden, kam unter anderem die Antwort:

"Nicht jedes Tal hat eine gute Breitbandverbindung."

Allerdings wurde der Bildungsminister von der Furche-Chefredakteurin darauf hingewiesen, dass dieses Problem nicht nur in ländlicheren Gegenden, sondern durchaus auch in der Stadt vorkommt. Viel konkreter wurde die Antwort des Ministers jedoch nicht. 

Schuljahr bis August?

Wegen der aktuellen Entwicklungen der Corona-Situation in Österreich wurde eine naheliegende Frage gestellt: Wird womöglich das Schuljahr über den Sommer verlängert? Könnte das heurige Schuljahr beispielsweise bis August dauern? 

"Ich möchte keine Verlängerungsdiskussion anfangen", entgegnete Faßmann.

Immerhin habe das Sommersemester erst begonnen, da wolle er nicht vorgreifen. Könne er wegen der aktuellen Lage auch nicht. Auch die Frage, ob ein Aufsteigen trotz negativer Note wieder möglich sein könnte, blieb unbeantwortet. "Ich will darüber nicht diskutieren", meinte der Minister

Kindergärten

Ein weiteres brisantes Thema waren die Kindergärten bzw. die Tatsache, dass "Kindergärten im Stich gelassen" werden. Hier gibt es "kein umfassendes Testkonzept wie an den Schulen, keine Unterstützung, keine psychologischen Förderpakete". Warum? Faßmann argumentierte, dass diese nicht in seiner Zuständigkeit liegen, obwohl - worauf er im Interview auch hingewiesen wurde - diese laut der Website der Bildungsministeriums durchaus seiner Zuständigkeit obliegt.

Er erläuterte, dass man sich hier künftig mit den Ländern absprechen müsste und auch für Pädagogen in den Kindergärten Selbstests plane. Aber wann? "Wenn wir von den Ländern ein entsprechendes Aviso bekommen", antwortete der Minister. 

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