Fastfood-Mitarbeiter legen Times Square lahm

In kaum einem anderen Land geht die Gehaltsschere so auseinander wie in den USA. Ganz besonders stark ist die Fast Food-Industrie davon betroffen. Firmenchefs verdienen häufig tausend Mal so viel wie ihre Angestellten. Um auf diese Umstände aufmerksam zu machen, streiken tausende Mitarbeiter der Fast Food-Riesen. Sie fordern 15 Dollar Mindestlohn.

In insgesamt 150 Städten wurden diese Woche Burger King, Wendy's, McDonald's und andere Fast-Food-Unternehmen bestreikt. "Fight for 15" heißt die Initiative, sie fordert einen Stundenlohn von 15 Dollar (11,60 Euro) und eine Gewerkschaft. Von Festnahmen - etwa 500 soll es gegeben haben - lässt sich die Bewegung nicht aufhalten. "Whatever it takes" ist ihr Schlachtruf - was immer auch nötig ist.

Der Frust ist nachvollziehbar, in keiner anderen Branche klafft die Lohnschere soweit auseinander wie im Fast-Food-Geschäft. Laut Studien verdienen die Chefs dort mehr als tausendmal so viel wie die durchschnittlichen Angestellten. Während die CEOs ihre Gehälter seit der Jahrtausendwende mehr als vervierfachen konnten und pro Jahr im Schnitt 23,8 Millionen Dollar (18,29 Mio. Euro) einstreichen, bieten sie ihren einfachen Angestellten die am schlechtesten bezahlten Jobs der ganzen US-Wirtschaft. Pro Stunde gibt es in der Regel etwa neun Dollar (6,88 Euro).

Ganz Amerika leidet unter Lohnschere

Die Situation in der Branche steht stellvertretend für den Trend in ganz Amerika. In keinem Land der Welt sind die Einkommen ungleicher verteilt. Und sie driften immer weiter auseinander. Der US-Notenbank Fed zufolge haben nur die reichsten Amerikaner von der wirtschaftlichen Erholung nach der großen Rezession profitiert.

Während die wohlhabendsten zehn Prozent der Bevölkerung von 2010 bis 2013 ihre Einkommen um zehn Prozent steigerten, mussten die untersten 60 Prozent Abstriche machen.

 

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