Favoritenstraße: Streit um "geheime" Begegnungszone

Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (l.) und Wieden-Chefin Lea Habwidl (beide SPÖ) freuen sich auf den Umbau der Unteren Favoritenstraße.
Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (l.) und Wieden-Chefin Lea Habwidl (beide SPÖ) freuen sich auf den Umbau der Unteren Favoritenstraße.PID/Christian Fürthner
Die untere Favoritenstraße in Wieden wird umgebaut. Nun wurden dafür 715.000 Euro freigegeben. Die ÖVP übt Kritik und fordert eine Bürgerbeteiligung.

Dass die Favoritenstraße - immerhin eine der stärksten befahrenen Straßen in Wieden - beruhigt werden soll, darüber sind sich wohl alle einig. Doch wie so oft, gehen die Meinungen über das Wien auseinander. Bezirkschefin Lea Habwidl (SPÖ) hat bereits fertige Pläne in der Schublade. Die Finanzierung des Umbaus, insgesamt rund 715.000 Euro, muss noch im Wiener Gemeinderat beschlossen werden.

Fuß- und Radwege werden entflechtet, neue Bäume sorgen für Grün

Die Pläne sehen einen Umbau der Unteren Favoritenstraße zwischen Paulanergasse und Erzherzog-Johann-Platz bis zur Wiedner Hauptstraße im Bereich des Irene-Harand-Platzes vor. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger soll die Untere Favoritenstraße einen neuen, vom Gehsteig getrennten Zweirichtungsradweg bekommen. Das soll zu einer "Entflechtung von Rad- und Fußweg" führen, erläutert Halbwidl. Zudem sind zwei neue Schutzwege für Fußgänger geplant, die Gehsteige werden teilweise verbreitert und schaffen so Platz für neue Grünflächen. Für mehr Grün sorgen auch zwei neue Bäume. 

ÖVP kritisiert "de facto Begegnungszone"

Kritik an den Plänen kommt von der ÖVP. In einer Aussendung erklären der türkise Verkehrssprecher Wolfgang Kieslich und der Klubobmann der ÖVP Wieden Johannes Pasquali den Umbau zur "de facto Begegnungszone", die zur Staufalle werde. "Der Verkehr wird sich weiter in die Grätzel verlagern, anstatt wieder rasch den Bezirk zu verlassen. Wie immer gilt alles Recht den Radfahrern und Nachrang für die Fußgänger", so die VP-Politiker.

Der Klubobmann der ÖVP Wien Johannes Pasquali (l.) und der Verkehrssprecher der ÖVP Wien Wolfgang Kieslich fordern eine bindende Bürgerbefragung zum Umbau der Favoritenstraße.
Der Klubobmann der ÖVP Wien Johannes Pasquali (l.) und der Verkehrssprecher der ÖVP Wien Wolfgang Kieslich fordern eine bindende Bürgerbefragung zum Umbau der Favoritenstraße.ÖVP Wieden

Sie fordern nun eine bindende Bürgerbefragung zu den Plänen und als eine unverzügliche Veröffentlichung dieser. "Die Anrainer haben ein Recht zu wissen, was hier geplant wird", so Pasquali.

Bezirkschefin will Anrainer informieren

Auf ihrer Facebook-Seite stellt Bezirkschefin Halbwidl bereits die Einbeziehung der Anrainer in Aussicht. "Der Dialog mit den BürgerInnen ist mir sehr wichtig. Um über die Möglichkeiten der Umgestaltung zu informieren, werde ich im Mai vor Ort sein und die Pläne mit AnwohnerInnen und Interessierten gemeinsam besprechen – die Termine folgen", schreibt sie.

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