Favoritner Imam wurde das Predigen verboten

Muslime beim Beten.
Muslime beim Beten.Bild: Kein Anbieter/iStock/Symbolbild
Wieder Wirbel um Handyvideos aus einer Favoritner Moschee: Szenen sollen zeigen, wie Prediger gegen "Ungläubige" hetzen. Die IGGÖ greift nun ein.
In den besagten Handyvideos soll zu sehen sein, wie drei Prediger in der Wien-Favoritner Attaysir-Moschee radikale Ansichten vertreten. Unter anderem sollen sie Sympathien für die Terrororganisation Islamischer Staat und Hetzparolen gegen "Ungläubige" geäußert haben. Etwa: "Es ist wie die Niederwerfung vor dem Kreuz. Für Allah schlimmer als Alkohol trinken oder töten" hieß es dazu, dass Christen nicht zu kirchlichen Festen gratuliert werden dürfe.

Aufgeflogen war der Fall nach einer Anzeige der FPÖ. Mittlerweile ermittelt auch der Verfassungsschutz. FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus befürchtet, dass der Fall nur die Spitze des Eisbergs ist und auch in anderen Moscheen radikale Prediger auftreten könnten. Gudenus frage sich zudem, warum erst reagiert werde, nachdem man solche Vorfälle anzeige und öffentlich mache. "Diese Hassprediger ruinieren die jahrelange, zeit- und kostenintensive Integrationsarbeit Österreichs in kürzester Zeit. Wer sich hier nicht klar dagegenstellt oder das sogar noch fördert, kann nicht unser Partner sein", hatte Gudenus bereits vor kurzem erklärt.

Nun meldet sich die Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) zu Wort. "In den Moscheen, die der islamischen Glaubensgemeinschaft zugeordnet sind, darf es zu keinen radikalen Aussagen kommen. Die Glaubensgemeinschaft hat bereits entsprechende Schritte eingeleitet und der betreffenden Person ein präventives Predigtverbot erteilt, bis die genauen Umstände abgeklärt sind", so Präsident Ibrahim Olgun.

Dauerhaftes Verbot in Aussicht gestellt

Klar sei bereits, dass es sich "bei dieser Person um keinen bei der IGGÖ offiziell gemeldeten Imam handelt". Die IGGö will nun die Aufnahmen untersuchen, denn es handle sich um zugeschnittene Szenen, deren Gesamtkontext erst analysiert werden müsse. "Sollten radikale Inhalte, Äußerungen und Tendenzen tatsächlich festgestellt werden und sich die Vorwürfe erhärten, wird die Glaubensgemeinschaft sofort reagieren und als logische Konsequenz derjenigen Person ein dauerhaftes Predigtverbot in allen IGGÖ-Moscheevereinen erteilen", so Olgun.

IGGÖ

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ist als Körperschaft öffentlichen Rechts offizielle Vertretung und zuständig für die Verwaltung der religiösen Belange der in Österreich lebenden Muslime.

ATIB

Die ATIB Union, offiziell"Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich", ist ein bundesweiter Dachverband von über 60 eigenständigen türkischen Vereinen mit etwa 100.000 Mitgliedern (Stand 2017) für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der angeschlossenen türkisch-islamischen Moscheegemeinden in Österreich.
Die IGGÖ weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie "derzeit an einem österreichischen Ausbildungsprogramm für Imame" arbeite. Diesbezüglich hält Olgun fest: "Eines unserer zentralen Ziele ist es, dass Imame, die unsere Moscheevereine betreuen, auch in Österreich ausgebildet werden. In der Ausbildung sollen neben religiösen Inhalten natürlich auch demokratische Grundwerte und Menschenrechte ihren Platz finden. Die Umsetzung wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, jedoch sind wir davon überzeugt, dass dies der richtige Weg für die Zukunft ist."

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