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Fehde zwischen türkischem Innenminister und Mafiaboss

Ein Mafia-Chef unterstellt türkischen Regierungspolitikern, sie hätten Verbindungen zum organisierten Verbrechen. Der Verteidigungsminister hat genug.

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Süleyman Soylu zeigt Mafiaboss Sedat Peker an.
Süleyman Soylu zeigt Mafiaboss Sedat Peker an.
Reuters

Eine Fehde zwischen einem Mafiaboss und dem türkischen Innenminister beschäftigt nun die Justiz in der Türkei. Der Anwalt von Innenminister Süleyman Soylu habe Strafanzeige gegen den "Chef einer kriminellen Organisation" Sedat Peker wegen Beleidigung und Diffamierung eingereicht, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Der flüchtige Mafiaboss hatte in den vergangenen Wochen immer wieder Videos veröffentlicht, in denen er unter anderem dem Innenminister und anderen Regierungspolitikern etwa Verbindungen zur organisierten Kriminalität unterstellt.

Soylu etwa habe ihm Bescheid gegeben, als Ermittlungen gegen ihn aufgenommen wurden, bevor er aus der Türkei floh. Er habe ihm auch eine sichere Rückkehr versprochen, behauptete Peker in einem Video. In der Strafanzeige weist der Anwalt Soylus die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück und nannte sie "erfunden".

Keine Kritik an Erdogan

Den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan spart Peker bei seiner Kritik bisher aber aus. In einem Video rühmt er sich stattdessen damit, er haben einen ehemaligen AKP-Abgeordneten wegen angeblich respektloser Äußerungen über Erdogans Frau verprügeln lassen. Regierungskritischen Akademikern, die ein Ende des Kurden-Konfliktes gefordert hatten, drohte er mit der martialischen Aussage, in ihrem Blut baden zu wollen. Gegen Peker wird in der Türkei ermittelt. Er wird außerdem von Interpol gesucht.

Soylu hatte auf die Vorwürfe via Twitter reagiert und Peker unter anderem als "Mafia-Dreckskerl" bezeichnet. Soylu steht für einen streng nationalistischen Kurs und gilt als Politiker, der großen Rückhalt in der regierenden islamisch-konservativen AKP genießt.

Peker war in der Vergangenheit unter anderem wegen der Gründung einer kriminellen Vereinigung und Dokumentenfälschung zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, wurde aber 2014 frühzeitig entlassen.

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