Manuel Feller eroberte im vergangenen Ski-Winter Olympia-Silber in der Team-Kombi und erfüllte sich seinen Traum vom Kitzbühel-Sieg. Aber: Es gab nicht nur Grund zur Freude. Mehrmals deutete der 33-Jährige Probleme an, sprach von "schwierigen Momenten auf und abseits der Piste."
Der Tiroler zog im März die Reißleine, unterzog sich einer Rücken-Operation und machte später mentale Probleme publik. Feller suchte sich Hilfe. "Allein hätte ich das nicht in den Griff bekommen", sagt er. "Mittlerweile ist alles wieder einigermaßen im Lot."
Eine zentrale Rolle spielt das Familienleben. Feller ist Vater von zwei Kindergarten-Kindern. Berufsbedingt kommt es immer wieder zu Phasen, in denen er sie wochenlang nicht sehen kann. "Es ist nicht einfach", erzählt der ÖSV-Athlet im Podcast "Papa Mia!?". "Die langen Reisen sind extrem, das tut richtig weh." Oft fließen Tränen.
Feller verrät: "Ich habe mich teilweise sogar distanziert, um dem Schmerz zu entgehen, habe nicht mehr daheim angerufen. Das ist unterbewusst passiert. Aber natürlich verlierst du so mit der Zeit den Bezug zu den Kindern und deiner Frau."
Der Tiroler sieht Parallelen zu seiner eigenen Kindheit. "Ich bin mit zehn Jahren ins Internat gegangen. Ich war früh auf mich allein gestellt, hab immer gesagt, ich schaffe die Dinge allein. Das führte später mit Kindern und in Beziehungen natürlich zu Schwierigkeiten."
Mittlerweile hat der Tiroler die mentalen Probleme aufgearbeitet. "Ich versuche, so viel Qualitätszeit wie möglich mit den Kids zu verbringen. Ich nehme sie mit zum Fischen, wir spielen Fußball. Aber es sind schon zwei Welten. Daheim bin ich der Papa. Setze ich mich ins Auto, bin ich der Skifahrer. Der Kontrast ist extrem. Jeder weiß, wie anstrengend Kinder auch sein können. Man kann sich nicht einfach daheim auf die Couch daheim legen und nichts tun. Da sind zwei Tage wegfahren oft wie Skiurlaub. Aber dann will man schon wieder heim und vermisst die Kids."
Feller betont zudem, wie wichtig es ist, seine Gefühle mit der eigenen Frau zu besprechen. "Zeit zu zweit gibt es ja fast nicht mehr. Das ist eine Challenge für eine Beziehung. Denn es ist auch für die Frau schwierig – sie hat daheim die ganze Arbeit. Sie kommt fast gar nirgends mehr hin."
Spätestens nach der Karriere soll sich auch das wieder ändern. Aktuell feilt Feller an seiner Form für den kommenden Winter. Es könnte sein letzter als Profi sein.