Steinschlag tötet Bub (14) vor Augen der Familie

Unglück Eisriesenwelt
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Am Sonntag traf ein Brocken einen 14-Jährigen beim Eingang der weltberühmten Eisriesenwelt (Salzburg) am Kopf. Eine Chronologie des Unglücks.
von
Jochen Dobnik

Das erschütternde Drama nahm heute um 11:45 Uhr in Werfen (Pongau) seinen Lauf: Der Teenager war mit seiner Familie von der Bergstatuon zu Fuß zum Eingang der 40 Kilometer langen Eishöhle unterwegs. In der letzten Kurve vor dem Eingang gibt es ein freies Stück Weg, das nicht von der Steinschutzüberdachung gesichert ist.

"Großes Pech"

Genau in dem Moment, als der 14-Jährige Österreicher mit irakischen Wurzeln sowie ein 16-jähriger Bub aus dem Pongau diese Stelle auf 1.600 Metern Seehöhe passierten, löste sich 400 Meter höher am Hang ein zwei Kubikmeter großer Fels. Ursache dafür waren die schweren Regenfälle am Samstag

"Es war großes Pech! Der Fels fiel und riss auf dem Weg nach unten noch Material mit, zerfiel in kleinere Teile. Genau dort wo diese 20-30 Kilo Brocken den Jungen trafen, war eine Unterbrechung der Steinschutzgalerie"

, so der Geologe Gerald Valentin zu "Heute". Der Stein traf den 14-Jährigen an Kopf und Brust. Er starb vor den Augen seiner Familie, ihm war nicht mehr zu helfen. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut die Angehörigen.

Eisriesenwelt gesperrt

Eisriesenwelt Betriebsleiter Franz Reinstadler: "Der zweite Jugendliche erlitt ebenfalls durch Steine eine Oberschenkelverletzung. Er wurde dann mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen". Reinstadler leitetet auch die folgende Evakuierung der rund 200 Besucher in und vor der weltberühmten Höhle. "Wir haben die Leute in Zehnergruppen rausgeführt und ins Tal gebracht".

Der Geschäftsführer der Eisriesenwelt, Friedrich Ödl, befand sich gerade im Urlaub in Griechenland, als er von der Schreckensmeldung erfuhr. Die Eisriesenwelt wurde gesperrt, für wie lange ist noch nicht klar.

Zweite tödliche Unglück binnen weniger Tage

Erst vergangenen Mittwoch waren bei einem Felssturz in der Bärenschützklamm in der Steiermark drei Menschen durch Brocken getötet worden. Bei diesem Unglück gab es neun verletzte, darunter auch ein 10-jähriges Kind.

Am Sonntag ist in der Tscheppaschlucht in Kärnten eine 32-Jährige durch einen Steinschlag schwer verletzt worden.

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