Eigentlich sollte der Italien-GP zum großen Ferrari-Fest werden. Stattdessen erlebte die Scuderia vor den eigenen Fans einen bitteren Nachmittag. Charles Leclerc schied bereits in Runde zwei nach einem heftigen Abflug aus, Lewis Hamilton kam nicht über Platz sechs hinaus.
Schon unmittelbar nach dem Start wurde es zwischen den beiden Ferrari-Piloten brenzlig. Hamilton und Leclerc kamen sich in der ersten Schikane gefährlich nahe. Der siebenfache Weltmeister sieht die Verantwortung dafür bei seinem Teamkollegen: "Jeder weiß, ich fahre nicht schmutzig. Ich bin immer sauber gefahren und habe Platz gelassen."
Bei den Experten herrschte Uneinigkeit. Ralf Schumacher gab bei "Sky" Hamilton die Schuld und meinte, dieser sei innen an der falschen Stelle gewesen. Ex-Weltmeister Nico Rosberg sah die Szene dagegen genau andersherum und machte Leclerc verantwortlich.
Doch Hamilton ärgerte sich nicht nur über seinen Teamkollegen. Auch Ferraris Strategie beim Virtuellen Safety Car schmeckte ihm nicht. Während die Konkurrenz teilweise stoppte, blieb der Brite draußen. Zudem fordert er klarere Regeln für das interne Duell: "Als ich bei Mercedes war, hatten wir schriftliche Umgangsregeln. Hier gibt es keine Regeln."
Im WM-Kampf wird die Lage für Hamilton trotz seines nun größeren Vorsprungs auf Leclerc immer schwieriger. Auf Monza-Sieger Kimi Antonelli fehlen ihm bereits 76 Punkte. Seine Chancen schätzt der 41-Jährige entsprechend gering ein: "Wir sind schon zu weit hinten. Es ist zu spät dafür."