Saporischschja

Feuer im von Russland besetzten AKW in der Ukraine

Laut Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski kam es zu einem Brand in von Russland besetzten AKW in Saporischschja.
Michael Rauhofer-Redl
11.08.2024, 21:44
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Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski berichtet am Sonntagabend von einem Brand im von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. "Aus Nikopol haben wir erfahren, dass die russischen Besatzer auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja ein Feuer gelegt haben", schreibt er auf der Nachrichtenplattform X.

Die Stahlenwerte befänden sich "im Normbereich", so das Staatsoberhaupt. "Doch solange die russischen Terroristen die Kontrolle über das Atomkraftwerk behalten, ist die Situation nicht normal und kann es auch nicht sein". Russland würde das Akw dazu benutzen, Europa und die Welt zu erpressen. "Wir warten auf eine Reaktion der Welt, auf eine Reaktion der IAEA. Russland muss dafür zur Verantwortung gezogen werden", fordert Selenski. Übrigens: Das AKW steht still, aktuell wird dort kein Strom produziert.

Truppenbewegung in Belarus

Wie die belarussische Nachrichtenagentur Belta berichtet, konzentriert Belarus seine Truppen an die ukrainischen Grenzen. Demnach soll militärische Ausrüstung, darunter auch Panzer, in die südöstlichen Teile von Belarus verlegt worden sein.

Am Samstag gab der Befehlshaber der belarussischen Verteidigungskräfte den Befehl, die Bereitschaft der Streitkräfte im taktischen Umfeld von Homel und Masyr zu stärken. Die Städte liegen in der Homel-Region, ziemlich nahe an der Grenze zwischen Russland, der Ukraine und Belarus.

Bereits am Samstag nach dem angeblichen Eindringen ukrainischer Kampfdrohnen in belarussischen Luftraum hat das Außenministerium in Minsk vor einer Ausweitung des Konflikts gewarnt. Derartige "kriminelle Handlungen" könnten zu einer radikalen Eskalation der Lage führen, teilte das belarussische Außenministerium nach Angaben der Staatsagentur Belta mit

Experte zur Ukraine-Offensive in Kursk

Die Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine nehmen wieder an Intensität zu. Russland beschoss in der Nacht auf Sonntag Kiew – zwei Personen, darunter ein vierjähriges Kind, kamen ums Leben. Die Ukraine wiederum startete in der Vorwoche eine überraschende Offensive in der Region Kursk und drang auf russisches Gebiet vor. Zehntausende Menschen wurden nach Moskau gebracht. In der ZIB2 analysierte Gerhard Mangott, Politikwissenschaftler und Russland-Experte der Universität Innsbruck.

Russland-Experte Gerhard Mangott von der Innsbrucker Universität am Sonntag (11.08.2024) in der ORF-"ZIB2".
ORF

Der Experte klärt im Gespräch mit Marie-Claire Zimmermann über die aktuelle Situation in Kursk auf. In der betroffenen Region sei man enttäuscht darüber, dass russische Streitkräfte nicht in der Lage sind, die ukrainischen Streitkräfte zurückzudrängen. Der Kreml selbst würde den ukrainischen Einmarsch nun propagandistisch nützen. Die Ukraine, so die Erzählung des Kremls, hätte immer schon vorgehabt – unterstützt durch den Westen – in Russland einzumarschieren. Man hätte die "militärische Spezialoperation" nur deswegen gestartet.

Allerdings: Zur großen Destabilisierung wird dieser Angriff nicht taugen. Das sei auch gar nicht das Ziel, ist der Experte überzeugt. Das Ziel sei den eigenen Verbündeten und den eigenen Truppen zu zeigen: "Wir leben noch". Dieses Ziel sei erreicht, auch wenn der Angriff nicht nachhaltig ist. Mangott gibt allerdings auch zu bedenken, dass der Angriff mehr Schaden als Nutzen bringen könnte. Denn er stärkt in gewisser Hinsicht auch Präsident Wladimir Putin. Vor allem dass auch westliche Waffen, im konkreten Fall deutsche, eingesetzt werden, spielt dem Kreml-Despoten in die Karten.

{title && {title} } mrr, {title && {title} } Akt. 11.08.2024, 22:05, 11.08.2024, 21:44
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