Feuer-Inferno – große Sorge wegen starkem Wind

Live-Aufnahmen vom Feuer im Rax-Gebiet in der Nacht und heute in der Früh.
Live-Aufnahmen vom Feuer im Rax-Gebiet in der Nacht und heute in der Früh.privat
"Heute" zugespielte Fotos zeigen, wie sich die Flammen talauswärts ausbreiten. Wieder stehen sechs Helis und 300 Florianis im Einsatz.

Bei dem riesigen Waldbrand in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) bereitet den Einsatzkräften nun starker Wind große Sorge, der für morgen, Donnerstag, prognostiziert ist. Ein Überspringen der Flammen auf die Rax gelte es unbedingt zu verhindern, sagte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando zur APA.

Großtanklöschfahrzeuge in Stellung

Es würden nunmehr Großtanklöschfahrzeuge mit Wasserwerfern in Stellung gebracht, kündigte der Sprecher am Mittwoch in der Früh an. Der Wald soll feucht gehalten werden. 300 Feuerwehrleute seien wieder aufgeboten. Auch Hubschrauber des Bundesheeres und der Polizei werden bei den Löscharbeiten neuerlich zum Einsatz kommen.

"Größter Waldbrand in Österreich"

Das Feuer, das sich zum laut Resperger "größten Waldbrand, den es je in Österreich gab", entwickelt hat, war am Montag ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar.

Aus dem betroffenen Gebiet stieg auch am Mittwoch weiterhin starker Rauch auf, sagte Resperger. Positiv sei, dass es in der Nacht keinen Wind gegeben habe.

Brand noch lange nicht unter Kontrolle

Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) sprach am Mittwochvormittag in einer Pressekonferenz von einem Einsatz "unter gefährlichsten Bedingungen". Die Lage sei sehr kritisch und angespannt, die Ausbreitung der Flammen werde zwar verhindert, aber der Brand sei noch lange nicht unter Kontrolle. Pernkopf zufolge waren auch wieder sechs Hubschrauber im Löscheinsatz.

Landesvize Stephan Pernopf (M.), neben Feuerwehr-Chef Dietmar Fahrafellner, machte sich auch ein Bild der Lage vor Ort.
Landesvize Stephan Pernopf (M.), neben Feuerwehr-Chef Dietmar Fahrafellner, machte sich auch ein Bild der Lage vor Ort.Büro Pernkopf

"Brandüberschläge verhindern"

"Unsere größte Gefahr wird sein, dass die nächsten Stunden eine grobe Änderung der Wetterlage bringen. Wir sind dran, Brandüberschläge auf andere Gebiete zu verhindern", betonte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Gefährlich sei der Einsatz auch deshalb, weil es immer wieder zu Felsstürzen komme.

Schneisen wurden geschlagen

Durch das Schlagen von Schneisen sei ein weiteres Ausbreiten des Brandes verhindert worden, sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber am Mittwochvormittag. Die Löscharbeiten mit Unterstützung aus der Luft werden aber wohl noch einige Tage dauern. Der Waldbrand ist rückwirkend mit Dienstag, 9.00 Uhr, zum Katastropheneinsatz erklärt worden.

"Feuer wandert talauswärts"

Groß ist freilich auch die Aufregung bei Anrainern - auch auf der Raxseite: "Das Feuer ,wandert' scheinbar talauswärts in die Mitte des Mittagsteins. Insbesondere am Nachtbild von heute früh sieht man ,nur' mehr kleine Glutpunkte am ursprünglichen Brandherd und dafür ein großes Nest in der Mitte", so Reinhold Luschnitz, der im Rax-Gebiet wohnt - mehr dazu hier. Eindrücke, die seitens der Feuerwehr bestätigt werden.

Wind Richtung Rax

"Wir haben ein Überschlagen des Waldbrandes über das Höllental Richtung Rax zu verhindern", erläuterte auch der Forstdirektor der Stadt Wien, Andreas Januskovecz. Gehe der Wind wie prognostiziert in den kommenden Stunden Richtung Rax hin, "haben wir dort einen Düseneffekt. Das Höllental wird enger, der Wind wird dadurch stärker und diese Düse facht das Feuer stark an. Die Gefahr, die besteht ist, dass der Waldbrand, der derzeit auf der Schneeberg-Seite ist, überspringt auf die Rax-Seite", so Januskovecz. In beiden Bereichen seien "die Verhältnisse sehr schwierig und nicht bzw. kaum begehbar". Talauswärts habe sich der Brand zwar ausgebreitet, dort seien die Verhältnisse aber besser, "denn dort haben wir Forststraßen und können das Gelände teilweise begehen". Das betroffene Gebiet ist großteils in Besitz der Stadt Wien.

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