Es klingt absurd, ist aber wahr: In der sächsischen Stadt Taucha wurde ein Feuerwehrmann während eines Einsatzes von einem Blitzer erfasst. Mit 69 km/h fuhr er durch eine 30er-Zone - auf dem Weg zu einem gemeldeten Brand.
Die Stadt stellte ihm daraufhin einen Bußgeldbescheid aus und verhängte ein Fahrverbot. Der betroffene Feuerwehrmann Ray Lange war fassungslos: "Ich habe gedacht, die wollen mich verarschen. Geblitzt auf Einsatzfahrt", sagt er.
Wie chip.de berichtet, ging Lange gegen den Bescheid vor Gericht - und wurde nun vom Amtsrichter in Eilenburg freigesprochen. Der Richter argumentierte, dass nur eine Überschreitung von 19 km/h anzunehmen sei und die Sonderrechte für Einsatzfahrzeuge hier eindeutig erlaubt waren.
Der Fall hat dennoch weitreichende Folgen: Lange hat nach dem Bußgeldbescheid seinen Dienst bei der Feuerwehr Taucha quittiert. "Ich bin sehr erleichtert und mir fällt ein Riesenstein von der Seele. Ich hoffe nun auch wieder besser schlafen zu können", sagte er nach dem Urteil.
Eine Rückkehr zur Feuerwehr lehnt er trotz des Freispruchs ab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Fall zeigt ein strukturelles Problem: Einheitliche Vorgaben, wie schnell Einsatzkräfte fahren dürfen, fehlen deutschlandweit.