In der Nacht auf Sonntag (vier Uhr österreichischer Zeit, wir tickern live) findet der erste Höhepunkt der Olympischen Winterspiele in Peking statt: Die Skistars kämpfen in der Abfahrt um den Olympiasieg. Einer der Favoriten ist der Schweizer Beat Feuz. Er nimmt zum dritten Mal an Winterspielen teil. Wie der Routinier sagt, ist es schwierig, dass bei den Bedingungen olympische Stimmung aufkommt. "Es ist sehr abgeschottet, man ist oft alleine." Feuz vergleicht die aktuellen Spiele mit den Rennen im Weltcup.
In der Abfahrt vor vier Jahren wurde er Dritter, im Super-G holte er Silber. Nun will er den Olympiasieg. Allerdings: Für Feuz hat Olympia nicht den höchsten Stellenwert, wie er sagt: "Olympia hat für mich nicht die gleiche Priorität wie Wengen oder Kitzbühel." Allerdings meint Feuz ebenfalls: "Ein Olympiasieg ist der Traum von jedem."
Für den 34-Jährigen gilt also trotzdem die Devise Attacke. "Ich will attackieren. Das liegt auch in meinem Naturell. Natürlich will ich versuchen, Olympiasieger zu werden", so Feuz. Für einen der weltbesten Abfahrer der vergangenen Jahre werden viele Faktoren in Peking den Unterschied machen. Er habe aber schon oft gezeigt, dass er auf den Tag X bereit ist.
Die Strecke selber gefällt Feuz: "Die Piste selber, der Schnee, die Streckenführung. Da gibt es nicht viel Schöneres. Es ist immer schön, neue Abfahrten zu sehen." Allerdings sagt er auch, dass er in Peking auf seinen Routinier-Bonus verzichten muss. Normalerweise würde er an die Rennen reisen und keine Energie verschwenden mit Gedanken daran, wie was funktioniert. Hier muss er sich zuerst auf alles einstellen.
Im Vergleich zu seinen Teamkollegen reiste Feuz zwei Tage später ab. Grund dafür: das Familienglück. Vor dem Abflug nach China tankte er noch extra Kraft bei seiner Partnerin Katrin und den gemeinsamen Kindern. "Es ist nicht schön, um die halbe Welt zu fliegen, nach so einem Ereignis. Ich wollte jede Sekunde genießen und habe die Zeit sehr genossen", sagt der 34-Jährige.