Nach dem gescheiterten Investorendeal bröckelt die Unterstützung für den FIFA-Präsidenten zusehends. Zuletzt entzog der walisische Fußballverband Infantino offiziell die Unterstützung für eine Wiederwahl 2027. Laut britischen Medien folgten auch der englische und der serbische Verband. Parallel dazu prüft die UEFA rechtliche Schritte und verlangt die Sicherung sämtlicher Unterlagen rund um den umstrittenen Deal.
Während der Druck auf den Schweizer wächst, wird bereits über mögliche Nachfolger spekuliert. Als einer der Favoriten gilt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der sich zuletzt als schärfster Gegenspieler Infantinos positionierte. Ebenfalls gehandelt werden Nasser Al-Khelaifi, Chef der Klubvereinigung EFC und Präsident von Paris Saint-Germain, CONCACAF-Präsident Victor Montagliani sowie FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström.
Ein schneller Machtwechsel wäre grundsätzlich möglich. Dafür könnte ein außerordentlicher FIFA-Kongress einberufen werden, wofür die Unterstützung von mindestens 43 Mitgliedsverbänden nötig wäre. Allein die UEFA verfügt bereits über 55 Verbände und könnte einen solchen Kongress damit selbst auf den Weg bringen.
Allerdings wäre eine Abwahl Infantinos alles andere als einfach. Dafür müsste zunächst die FIFA-Satzung geändert werden – ein Schritt, der eine Dreiviertelmehrheit der Mitgliedsverbände erfordert. Da Infantino vor allem bei kleineren Fußballnationen weiterhin Rückhalt genießt, gilt dieses Szenario derzeit als schwierig.
Deshalb setzen seine Gegner vorerst auf eine andere Strategie: Sie erhöhen den öffentlichen und politischen Druck. Mit Kritik, dem Entzug von Unterstützung und angedrohten rechtlichen Schritten soll der 56-Jährige zu einem freiwilligen Rücktritt bewegt werden. Ob Infantino dem Druck standhält oder seine Amtszeit vorzeitig endet, dürfte die Fußball-Welt in den kommenden Monaten beschäftigen.