"Shadowbringers" im Test: Stellt alles in den Schatten

Mit "Shadowbringers" bekommt das MMORPG "Final Fantasy XIV" mehr als eine Erweiterung. Der Inhalt stellt alles in den Schatten, das man bisher kannte.
Mit "Final Fantasy XIV" wurde im Jahr 2010 ein Meilenstein der Massively Multiplayer Online Role-Playing Games (MMORPG) geschaffen. Das damals nur für PC erschienene Game hatte zwar einen schweren Start, doch die Schöpfer von Square Enix gaben das Projekt trotz damals mäßigem Erfolg nie auf. So wurde der Titel komplett überarbeitet und erschien drei Jahre später unter dem neuen Namen "Final Fantasy XIV: A Realm Reborn" auf PC, Playstation 3 und Playstation 4.

Mit dem Ausmerzen großer Fehler und einem spektakulären Gameplay überzeugte "A Realm Reborn" schließlich auch die größten Kritiker und wurde zu einem des bestbewertetsten Spiele überhaupt. Die Erweiterungen "Heavensward" im Jahr 2015 und "Stormblood" im Jahr 2017 setzten noch weitere Spitzenbewertungen drauf und ließen die Spielerzahl auf mehrere Millionen sprunghaft ansteigen.

Mit "Shadowbringers" ist nun eine neue Erweiterung erschienen und verspricht, alle Superlativen noch einmal zu brechen. Doch worum geht es in "Final Fantasy XIV" überhaupt. Hier eine kleine Zusammenfassung im Schnelldurchlauf. Mit dem Absolvieren von Missionen entfaltet sich nach und nach die Handlung des Dutzende Stunden langen Spiels. In der Welt von "Final Fantasy XIV" sorgen Stadtstaaten dafür, dass sich Spieler online treffen und gemeinsam Schlachten bestreiten können. Die Tage im Spiel laufen dabei schneller als in der Realität ab, ein Tag im Spiel dauert etwas mehr als eine Stunde in Echtzeit.

Die Handlung im Schnellablauf

Der Beginn von "Final Fantasy XIV" ist eine Göttergeschichte. Zwölf Götter wachten seit Urzeiten über die Region Eorzea in der Welt Hydaelyn. 15 Jahre vor dem Spielauftakt überrennt allerdings eine mysteriöse Armee das Land und zwingt durch Zerstörung die Stadtstaaten dazu, ihre Kräfte zur Verteidigung zu bündeln. In einem der Stadtstaaten erwacht der Spieler im Körper eines selbsterstellten Abenteuers. Er (oder sie) soll als "Krieger des Lichts" für Frieden sorgen. Durch Heldentaten steigt der Spieler zu Ruhm auf, bis ein Verrat zur Zerschlagung der Heldentruppe und zu neuen Bündnissen führt. Als die Vernichtung der gesamten Welt droht, steigt der Spieler wahrlich zum Helden auf und kann sie unter vielen Verlusten abwenden.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Heavensward" lässt den Spieler daraufhin die Bergfeste Ishgard bereisen. Oder besser gesagt dahin fliehen, denn mit der Zerschlagung seiner Heldentruppe hat er auch sein Zuhause verloren. In Ishgard allerdings tobt ein tausendjähriger Krieg, in dem übermächtige Artefakte verschiedenen Kräften zu ultimativer Macht gereichen sollen. Zu allem Überfluss muss sich der Krieger des Lichts auch noch seines Gegenstücks, des Kriegers der Dunkelheit, erwehren. Nach wiederum bitteren Verlusten und scheinbaren Frieden knüpft "Stormblood" an die Geschichte an und gibt dem Spieler die Aufgabe, verschiedene Regionen aus den Fängen des Garleischen Kaiserreich zu retten. Das endet in einem ungewöhnlich ruhigen Höhepunkt, an den nun "Shadowbringers" anschließt.

Hunderte spaßige Spielstunden

"Final Fantasy XIV" glänzte bisher nicht nur mit seiner hohen dreistelligen Spielstundenzahl, sondern mit absolut fesselnden Aufgaben und Plot-Wendungen, die jeden Fantasy-Film locker wegputzen. Entsprechend haben wir auf Spoiler zur epischen Geschichte im Rückblick verzichtet und tun dies auch bei "Shadowbringers". Wieder gibt es jede Menge zu tun und Spieler werden gut 50 Stunden damit verbringen, nur die Hauptteile des Spiels zu bewältigen. Stoff für weitere dreistellige Spielstunden ist jedenfalls wieder genug vorhanden.

"Shadowbringers" erzählt ein neues Kapitel des Hauptszenarios, in welchem der Held des Lichts sich wandeln soll. In den aus Stormblood befreiten Regionen droht ein weiterer Krieg durch das Kaiserreich, doch die Verteidiger können sich nicht auf den Helden verlassen, denn dieser wird erstmals auf die andere Seite des Interdimensionalen Spalts in die Region The First berufen. Hier bedroht die Kraft des Lichts die Welt – und die einzige Lösung könnte sein, dass unser Held zum Krieger des Schattens werden soll, während die Sündenvertilger das Land heimsuchen.

Horrorelemente kommen ins Spiel

"Shadowbringers" ist ungleich düsterer als seine Vorgänger und hat trotz der anfangs hell strahlenden Welt einige Gruselelemente zu bieten. Etwa, wie Menschen sich zu Sündenvertilgern wandeln, wird in schaurig-schönen Videosequenzen gezeigt. Das Spiel selbst teilt sich in zwei Bereiche: Einerseits folgt man den bekannten Hauptmissionen, andererseits den Aufträgen. Neu ist dabei, dass die Missionen der Handlung des Kriegers der Dunkelheit folgen, die Aufträge wiederum seinen Begleitern. Um ans Ende von Shadowbringer zu gelangen, muss sich der mit seinen Figuren auf Level 80 bringen.



Je nach gespielter Klasse unterscheiden sich dabei Dialoge im Verlauf des Spiels. "Shadowbringers" schafft es um ein Vielfaches mehr als die anderen Erweiterungen, für "Wow"-Momenten beim Spieler zu sorgen. Gut ein Dutzend Mal enthüllt die Handlung Ereignisse, die unabsehbar waren, sich als echte Meisterstücke des Storytellings entpuppen und dem Spieler den Atem rauben werden. Mit Abstand ist "Shadowbringers" der erzählerische Gipfel der Final-Fantasy-XIV-Saga. Doch nicht nur bei der Story setzte die Erweiterung neue Maßstäbe.

Starke grafische Kontraste

Bei den Umgebungen hat das neue Kapitel eine massive Verbesserung zu den bisherigen mit sich gebracht. Bunte Blumenfelder wechseln sich mit futuristisch aussehenden Städten ab, feengleiche Wesen stehen im starken Gegensatz zu schattengleichen Gegnern. Besonders sichtbar ist hier, dass sich die Welt, bestehend aus fünf Gebieten und zwei Städten, im Verlauf des Spiels wandelt, von hell zu düster wird und sich verfallende Gebäude ausbreiten. Auch das Kampfgeschehen ist gut dargestellt, weist nur kleine Mankos auf. Etwa stören seltene Nebel- und Schatten-Effekte die Übersicht im Kampf etwas. Im Kampf selbst erlebt "Shadowbringers" eine Verschiebung der Machtverhältnisse. An den verschiedenen Spielerklassen wurde sehr geschraubt und gleichzeitig wurden ältere Fertigkeiten – vor allem Zaubersprüche – wurden ausgedünnt, um die Übersichtlichkeit zu bewahren.

Taktikpunkte (TP) wurden komplett gestrichen, Magiepunkte (MP) auf 10.000 begrenzt und Sammlerpunkte (SP) wurden überarbeitet. Das Charged Action System ist dafür neu und lädt Angriffe auf, die man später entfesseln kann. Im Großen und Ganzen treffen viele Änderungen vor allem die Heilerklassen, denen einige Zaubersprüche abhanden kommen oder eingeschränkt genutzt werden können. Die Klassen mit physischem Schaden und besonders Umgebungsschaden gewinnen dagegen an Bedeutung. Mit der Einführung neuer Skills können aber alle Klassen besser ausbalanciert werden, wobei vor allem zum Ende hin die großen Skill-Überraschungen ausbleiben.

Ein neues "Vertrauens-System"

Eine der größten Neuerungen ist das Trust-System, das es ermöglicht, nicht nur mit menschlichen Mitspielern, sondern auch mit computergesteuerten Figuren bestimmte Abschnitte zu durchspielen. Das sorgt dafür, dass man nicht zu jedem Zeitpunkt eine Gruppe aus Online-Spielern zusammentrommeln muss, sondern sich auch mal alleine in der Welt von "Shadowbringers" bewegen darf. Die Begleiter bestehen dabei aus altbekannten Final-Fantasy-XIV-Figuren, die man an bestimmten Punkten im Spiel zu einer eigenen Party zusammenstellen kann. Beeindruckend ist, wie tiefgehend dieses System verzahnt wurde.



So sind die Begleiter keine sturen und stupiden Figuren, sondern handeln auch ihrem Charakter entsprechend. Kennt man eine Figur als jähzornige Furie, wird diese auch im Kampf eher zuschlagen als verteidigen. Und: Es hat auch einen Einfluss auf den Kampf, ob eine Figur im Verlauf der Handlung schon mal Bekanntschaft mit einem Feind gemacht hat. Standen sich die Figuren schon einmal gegenüber ist die Chance groß, dass der NPC-Begleiter auch einen Schwachpunkt des Feindes kennt. letztlich gefällt die taktische KI auch damit, dass sie versucht, die gefährlichsten Gegner zuerst auszuschalten, um Schaden von der Gruppe abzuwenden. Später lassen sich auch Feinde in Kristallen speichern und nach der Hauptquest für besonders schwere Dungeons als Mitspieler aktivieren.

Neue Rassen und Jobs

"Shadowbringer"-Spieler können zum Start auch zwischen zwei neuen Rassen wählen, den weiblichen Viera und den männlichen Hrothgar, die sich in jeweils zwei Völker mit unterschiedlichen Statuswerten und Aussehen unterteilen. Die Anpassungsmöglichkeiten gehen dabei noch einen Schitt tiefer als in den bisherigen Erweiterungen und lassen sogar Fell, Fellfarbe oder Knochen und Stoßzähne bestimmen. Mit den zwei neuen Rassen kommen auch zwei neue Klassen beziehungsweise Jobs einher: Dancer als jetzt besonders starke Fernkampf-Schaden-Klasse und Gunbreaker als Tank-Klasse. Besonders die Dancer-Klasse ist grafisch eine Augenweide und spielerisch erfrischend.

Leichter wird es nun zudem jenen gemacht, die gerne mehrere Klassen hochleveln. Da nun auch die Nebenmissionen dem jeweiligen Spielerlevel angepasst werden, schaut dementsprechend auch mehr Erfahrung dabei heraus. Dazu gesellen sich neue FATE-Geschichten, neue Rollen-spezifische Missionen und bei den eigenen Job-Quests gibt es nun Belohnungen, die auf den jeweiligen Job abgestimmt sind. Kurz: Das Spielen jeder einzelnen Klasse und Rolle wird durch "Shadowbringers" noch viel immersiver, als man es bisher kannte.

Stellt alles in den Schatten

Wo licht ist, ist auch Schatten, treffender war dieses Sprichwort nie. Wobei der Schatten in "Final Fantasy XIV: Shadowbringers" positiv statt negativ behaftet ist. Den Schöpfern ist es gelungen, gewaltige Änderungen für ein neues Spielgefühl umzusetzen und dabei gleichzeitig die heißgeliebte Final-Fantasy-Formel nicht zu ändern. neben den bereits genannten Neuerungen bietet "Shadowbringers" durch zahlreiche kleine Updates eine neue Form der Übersicht. Von Prozentkommazahlen der Lebensleiste von Bossen über das Einblenden von Aktionen und Unterbrechungen bei Feinden und sich abhebenden Kampfleisten für klare Erkennbarkeit der Charakterwerte wirkt alles weniger chaotisch und viel aufgeräumter.



Nach den ersten Stunden scheint den Machern mit "Shadowbringer" ein Meisterwerk gelungen zu sein. Die Handlung ist von der ersten Szene weg episch und die Umgebungen bieten eine Abwechslung, die ihresgleichen sucht. Durch die neuen Jobs und die Überarbeitung aller Klassen gelingt Final Fantasy XIV zudem ein Spagat. Spieler können sich entweder noch mehr auf ihren Job spezialisieren oder die eigene Spielfigur zu einem gewissen Grad besser Richtung einer anderen Klasse ausbalancieren. Übersichtlichkeit, Handlung, Gameplay und computergesteuerte Begleiter, in Sachen Neuerungen lässt sich die Erweiterung nicht lumpen – "Shadowbringers" stellt alles in den Schatten, was man bisher von "Final Fantasy XIV" kannte. (rfi)

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