Financial Fairplay: Wie kommt PSG mit Messi-Deal durch?

Leo Messi mit Scheich Nasser Al-Khelaifi.
Leo Messi mit Scheich Nasser Al-Khelaifi.imago images
Lionel Messi folgt Sergio Ramos, Kylian Mbappe und Neymar zu Paris Saint-Germain. Wie geht sich das mit dem Financial Fairplay aus?

Lionel Messi soll PSG zum Champions-League-Titel führen. Der 34-jährige Argentinier unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre. PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi sprach von einem "wunderbaren und historischen Tag für den Verein und die Fußballwelt".

Doch die Fußballwelt fragt sich: Wie konnte PSG das Financial Fairplay umgehen?

Das Financial Fairplay der Uefa schreibt im Grundsatz vor, dass die am Europapokal teilnehmenden Klubs nicht mehr ausgeben sollen, als sie einnehmen. Sollte es zu einer Differenz kommen und die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, dann dürfen diese höchstens 30 Millionen Euro durch einen privaten Geldgeber oder Investoren ausgeglichen werden.

"Sie werden schockiert sein"

Besonders die Neuzugänge von PSG stellen die Regel in Frage. Neben Messi kamen mit Sergio Ramos, Europameister Gianluigi Donnarumma, Georginio Wijnaldum und Achraf Hakimi mehrere Superstars in die französische Hauptstadt – nicht gerade mit kleinen Gehältern. Zur Info: Alleine Lionel Messi soll rund 35 Millionen Euro pro Saison kassieren. Mit Neymar und Mbappé stehen noch weitere Topverdiener unter Vertrag.

PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi wurde an der Vorstellung vom neuen SuperstarMessi zum Financial Fairplay befragt. "Für uns ist es klar, dass wir Financial Fairplay einhalten wollen. Wir wollen das immer beachten, bevor wir irgendetwas tun. Wir haben als erstes auf unsere Zahlen geschaut und geprüft, ob das möglich ist. Wir haben gesehen: Ja, wir können ihn verpflichten." Für den PSG-Boss ist klar: Messi bringt viel Geld durch Trikots, Social Media und allgemeine Vermarktung wieder rein. Und in der Tat: Alleine auf Instagram gingen die Followerzahlen durch die Decke und die Fanshops wurden von Anhängern beinahe gestürmt.

Al-Khelaifi: "Das ist unglaublich. Sie werden schockiert sein, wenn wir Ihnen die Zahlen präsentieren. Wir werden den Regularien des Financial Fairplay folgen." Mit einem Lächeln ergänzt er: "Wir hoffen einfach, dass Leo nicht mehr Lohn verlangt."

Geht Mbappé?

Das "Glück" für PSG: Aufgrund der Corona-Pandemie werden die Jahre 2020 und 2021 zusammengefasst und die Klubs haben mehr Spielraum. Im Financial Fairplay werden immer die vergangenen drei Jahre beachtet und PSG hat nun mehr Zeit, um Messi weiter zu vermarkten und Einnahmen zu generieren. Ein weiteres "Glück" der Franzosen: Die Pandemie sorgt auch dafür, dass ein geplantes Reglement der Ligue 1 erst in zwei Jahren umgesetzt wird. In Zukunft soll es wie in Spanien eine 70-Prozent-Klausel geben. Also genau die gleiche Regel, die Barcelona daran hinderte, Lionel Messi wieder unter Vertrag zu nehmen. 2019/2020 lagen die PSG-Saläre laut einem Berichte der französischen Sportseite "L’Equipe" bei 555 Millionen Euro, die Jahreseinnahmen in einem ähnlichen Bereich.

Aber trotzdem: Den Kader wird PSG nach dem Messi-Wechsel wohl trotzdem verkleinern. Sollte gar Mbappé, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, den Klub für eine Millionen-Ablöse verlassen? Nicht, wenn es nach dem PSG-Präsident geht. "Kylian mag die Konkurrenz. Er möchte ein konkurrenzfähiges Team und wir sind, glaube ich, das beste der Welt. Es gibt keinen Grund für Mbappé, dass er nicht hier bleibt", so Al-Khelaifi. Allerdings: Aktuell stehen 35 Spieler bei den Franzosen unter Vertrag – darunter fünf Torhüter. The Athletic schreibt, dass mit Layvin Kurzawa, Sergio Rico, Pablo Sarabia, Abdou Diallo, Thilo Kehrer, Idrissa Gueye und Rafinha gleich sieben Spieler auf der Streichliste des Klubs stehen.

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