Finanz überführt einen Tiroler Millionenbetrüger

Tiroler Elektrounternehmer wegen schweren Betrugs und Abgabenhinterziehung verurteilt.
Tiroler Elektrounternehmer wegen schweren Betrugs und Abgabenhinterziehung verurteilt.Avanti / Action Press / picturedesk.com
Ein Tiroler Unternehmer – er zeigte sich geständig – mit rund 80 Mitarbeitern flog auf, nachdem er Abgaben in Millionenhöhe hinterzogen hatte. 

Anfang Mai wurde der 44-jährige Geschäftsführer eines Tiroler Elektrounternehmens mit rund 80 Mitarbeitern wegen Abgabenhinterziehung und schweren Betrugs verurteilt. Das Gericht verhängte Geldstrafen gegen das Unternehmen und den Unternehmer in Höhe von rund 850.000 Euro, zudem gibt es Abgabennachforderungen in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro. Der Prozessbeginn geht auf das Jahr 2019 zurück, als der Unternehmer verklagt wurde, und auch als eine Betriebsprüfung stattgefunden hat.

Daraus ergab sich laut Bundesministerium für Finanzen der Verdacht von Schwarzlohnzahlungen und Schwarzumsätzen – die Steuerfahndung wurde eingeschaltet und führte Hausdurchsuchungen an mehreren Wohn- und Geschäftsräumlichkeiten sowie Kontoöffnungen bei fünf verschiedenen Kreditinstituten durch. Das Ergebnis der Razzia: Der Unternehmer hatte zur Finanzierung von Schwarzlohnzahlungen zielgerichtet Baustellen teilweise "schwarz" abgerechnet und die daraus resultierenden Umsätze und Erlöse nicht in der Buchhaltung erfasst.

Seit Jahren Geld eingestreift

Außerdem erstellte er Eigenbelege über fingierte Einkäufe und entnahm die entsprechenden Geldbeträge aus der GmbH, um damit die Überstunden mit den Arbeitnehmern außerhalb der offiziellen Lohnverrechnung schwarz abzurechnen. So hinterzog der Geschäftsführer über mehrere Jahre hinweg Umsatz-, Körperschafts- und Kapitalertragsteuer sowie Lohnabgaben in Millionenhöhe, so das Finanzministerium. Auf diese Weise hat der Tiroler dem Staat seit Jahren Geld im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) gratulierte am Donnerstag der Finanzstrafbehörde Feldkirch, der Steuerfahndung, dem Finanzamt für Großbetriebe und dem lohnabhängigen Prüfdienst für die geleistete Arbeit. Außerdem erinnerte er daran, dass Abgabenhinterziehung, Schwarzarbeit und Betrug sich nicht auszahlen würden, denn früher oder später werde jeder Betrüger entdeckt und angeklagt.

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