Spieletests

"Fire: Ungh's Quest" im Test – Gehetztes Adventure

Witzige Story, knifflige Rätsel, schräge Gags und tolles Gameplay. "Fire: Ungh's Quest" hätte fast alles für einen Adventure-Hit auf der Switch. Fast.

Rene Findenig
Teilen
1/10
Gehe zur Galerie
    Sprachausgabe und Texte gibt es in "Fire: Ungh's Quest" keine, dennoch funktioniert das Verständnis der Handlung und des Gameplays hervorragend.
    Sprachausgabe und Texte gibt es in "Fire: Ungh's Quest" keine, dennoch funktioniert das Verständnis der Handlung und des Gameplays hervorragend.
    Nintendo

    Sprachausgabe und Texte gibt es in "Fire: Ungh's Quest" keine, dennoch funktioniert das Verständnis der Handlung und des Gameplays hervorragend. Das Adventure aus dem Hause Daedalic Entertainment erschien bereits im Jahr 20215 für PC, nun hat auch die Nintendo Switch eine Version spendiert bekommen. Die Story ist schnell erzählt: Neandertaler Ungh verpennt seine Nachtwache und ist damit am Löschen des Feuers schuld. Seine Suche nach neuem Feuer dürfen Spieler begleiten.

    Dass es dabei saukomisch zugeht, zeigen schon die Eröffnungsszenen. Ungh trifft auf mehrere magische Insekten, die ihn auf die Spur eines Vulkans führen. Der Weg dorthin könnte aber irrwitzigen nicht ausfallen, denn die Levels führen Ungh durch Wüsten, Wälder, aber auch durch die Zeiten und auf den Mond. Heilfroh darf man sein, dass "Fire: Ungh's Quest" einst als Tech-Demo gedacht war – so konnten die Entwickler ihrem Humor absolut freien Lauf lassen.

    Ungewohntes Gameplay ohne Sprache

    Beim Gameplay spielt sich der Titel ähnlich einem typischen Point-and-Click-Spiels. Ungh kann per Stick und Button-Druck zu verschiedenen Stellen in der 2D-Welt geführt werden und dabei Items einsammeln oder Objekte manipulieren. Doch selbst bei der Auswahl der Aktivitäten und Objekte gibt es im Game keinerlei Text. Mögliche Aktivitäten werden als kleine Symbole dargestellt, zudem weiß die Spielfigur mit Bewegungen, aber auch mit Gesichtsausdrücken, auf Wichtiges aufmerksam zu machen. All das ist anfangs ungewohnt, da die Anzahl der Optionen aber übersichtlich ist, findet man schnell ins Spiel.

    Auch an anderer Stelle macht es Ungh Adventure-Neulingen einfacher, nämlich den Rätseln. Ungh kann nicht massenweise Items mit sich rumschleppen, sondern jeweils nur eines. Die kniffligen, aber logischen Puzzles lösen Experten dann mit etwas Grips und einem der in der Spielwelt zu findenden Objekte, die auf Button-Druck aufleuchten – Anfänger bleibt noch immer das Trial-and-Error-Prinzip. Frust kommt allerdings nie auf, denn selbst wenn man die Lösung mal nicht gleich erkennt, ist die Zahl der Items nicht unbedingt groß und die möglichen Lösungen sind umso schneller durchprobiert. 

    Saukomische Rätsel und gute Steuerung

    Im Gegenteil: Selbst wenn man tatsächlich an einem Rätsel hängt, lässt es einen meist lachen, denn es gibt so verrückte Einfälle wie eine Mutationstafel, die uns in allerlei Getier verwandeln kann, ein an "Space Invaders" erinnerndes Retro-Arcadepuzzle oder ein betretbarer Dino, durch dessen Verdauungssystem ein Objekt manövriert werden muss. Fein gelöst ist auch die Steuerung: Im Handheld-Modus kann man Ungh per Touchsteuerung durch die Spielwelt schicken. Etwas umständlicher ist es im TV-Modus: Da wird ein Cursor per Joy-Con bewegt und aktiviert. 

    Die Grafik zeigt einen herrlichen Comic-Look, in dem man sich sofort verliebt. Zu meckern gibt es da besonders als Adventure-Fan gar nichts. Sehr wohl allerdings – und damit kommen wir zum einzigen Kritikpunkt am Game – an der Spielzeit. Die beträgt selbst für blutige Anfänger kaum mehr als drei Stunden und für Kenner des Genres wohl eher zwei. Der Grund: So witzig die Geschichte und so lustig das Gameplay ist, mehr als ein Dutzend Rätsel und Puzzles haben die Entwickler nicht untergebracht.

    Schönes Adventure mit vertaner Chance

    "Fire: Ungh's Quest" ist ein wirklich herzliches und aberwitziges Adventure, das sich mit dem Verzicht auf Sprache und Texte und seinen kuriosen Puzzles auch schön von der Konkurrenz abheben kann. Kaum ein Game mixt eine dermaßen qietschvergnügte Grafik mit so einfallsreichen Rätseln und patzt weder bei Steuerung, noch bei Darstellung oder Technik. Auch der Schwierigkeitsgrad wird Neulinge und Experten gleichermaßen bedienen, sind die Rätsel trotz mancher Kopfnuss doch logisch ausgefallen.

    Picture

    So bleibt eine deutlich (zu) kurze Spielzeit, bei der man leider von einer vertanen Chance sprechen muss. Denn so genial sich "Fire: Ungh's Quest" über die weitesten Strecken präsentiert, so schnell ist man auch schon am Spielende angelangt. Und ab da lassen sich aufgrund der geringen Anzahl der enthaltenen Rätsel relativ wenige Gründe finden, die dem Titel einen hohen Wiederspielwert spendieren würden. Adventure-Fans jedenfalls werden trotz der Kürze vom etwas gehetzt wirkenden "Fire: Ungh's Quest" begeistert sein.