Firma will keine "Personen aus warmen Ländern"

Als S. Arifi dieses Stellenangebot liest, ist sie schockiert: "Wie kann so etwas in einem Jobinserat stehen?"
Als S. Arifi dieses Stellenangebot liest, ist sie schockiert: "Wie kann so etwas in einem Jobinserat stehen?"Bild: Screenshot/S. Arifi/20min
Keine Albaner, Kroaten, Türken und Personen aus "warmen Ländern": Ein Job-Inserat sorgt für Ärger. Die Verantwortlichen sprechen von einem Fehler.
S. Arifi aus der Schweiz fand vergangenen Montag auf dem Stellenportal Job-room.ch ein Stelleninserat als Hilfsarbeiterin im Lager in einer Schweizer Firma mit fragwürdigen Anforderungen: "Unser Kunde wünscht folgende Nationalitäten nicht: Albanien, Kroatien, Türkei und Personen aus warmen Ländern wie zum Beispiel Brasilien", heißt es dort.

Die in Lufingen (Kanton Zürich) wohnhafte albanische Staatsbürgerin (31) überliest in der ersten Euphorie das Wort "nicht". Erst später fällt ihr die explizite Ausklammerung gewisser Nationalitäten auf. Sie ist schockiert: "So etwas habe ich in meinem ganzen Leben nicht gehört. Wie kann so etwas in einem Jobinserat stehen?" Ihr sei sogleich die Lust auf das Lesen weiterer Stelleninserate vergangen: "Was ist, wenn ich nochmals auf so ein rassistisches und menschenunwürdiges Inserat stoße?" Sie verlangte eine Stellungnahme.

"Wir möchten uns entschuldigen"

Hinter dem Inserat steckt ein Zürcher Stellenvermittler. Auf Anfrage von "20 Minuten" entschuldigt sich der Geschäftsführer: "Eine sofortige Prüfung hat ergeben, dass es sich beim Text des Stelleninserats um einen Fehler handelte. Wir bedauern diesen sehr und möchten uns bei allen Betroffenen, aber besonders bei Frau Arifi entschuldigen."

CommentCreated with Sketch.22 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das Inserat sei umgehend abgeändert worden und entspreche nicht der Praxis seines Unternehmens. Man veröffentliche tagtäglich Stelleninserate, die alle frei von Diskriminierung seien. "Wir machen keine Unterschiede, denn wir vermitteln Staatsangehörige aus aller Welt. Wir brauchen und schätzen diese Leute sehr. Ein solches Vorgehen würde deshalb auch völlig unserem eigenen Interesse widersprechen." (mm)



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