Flick stapfte völlig bedient unter wütenden Pfiffen in die Katakomben der Volkswagen-Arena, auf der Tribüne blickten sich die DFB-Bosse Rudi Völler, Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke fassungslos an.
Nach der Bankrotterklärung der deutschen Nationalmannschaft beim 1:4 (1:2) gegen den WM-Schreck Japan scheinen die Tage des Bundestrainers gezählt. Statt des erhofften Aufbruchs in Richtung Heim-EM gab es einen erneuten Zusammenbruch, die Treuebekundungen der Bosse sind nun nichts mehr wert.
Da braucht es wohl nicht einmal mehr eine weitere Pleite gegen Vize-Weltmeister Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/ARD) in Dortmund. Erstmals seit 38 Jahren verlor die DFB-Elf wieder drei Partien in Serie. Es war die höchste Heimniederlage seit 2001 (1:5 gegen England).
Dabei wollte Flick sein EURO-Gerüst einspielen lassen. Neuer Kapitän, neue Spielidee: 290 Tage nach der WM-Auftaktpleite gegen Japan setzte er die angekündigten Veränderungen konsequent um - und beorderte seinen bisherigen Mittelfeldboss Kimmich nach hinten.
"Jetzt erst recht", lautete die Aufforderung der Fans per Choreographie in der ausverkauften Volkswagen-Arena - die Antwort war eine herbe Enttäuschung.