Fliesenleger aus Wien soll sieben Männer geköpft haben

Verteidiger Florian Kreiner (l.) im Gespräch mit seinem Mandanten (m.)
Verteidiger Florian Kreiner (l.) im Gespräch mit seinem Mandanten (m.)Denise Auer
Start für einen spektakulären Terror-Prozess in Wien. Im Mittelpunkt: Ein verurteilter Hassprediger und ein Handwerker, der gemordet haben soll.

Er soll beste Schüler des berüchtigten Wiener Hasspredigers aus dem Gemeindebau, Mirsad O., gewesen sein – nur noch brutaler: Am Mittwoch nahm der tschetschenisch-stämmige Turpal I. (32) gleich neben seinem "Lehrer" am Wiener Landesgericht Platz. Beide lagen in ihren Aussagen jedoch weit auseinander.

Prediger gestand – "Schüler" nicht

Während der bereits 2016 in Graz zu 20 Jahren Haft verurteilte Prediger (39) in Wien reumütig gestand, den Jüngeren für den IS angeworben zu haben, bestritt der 32-Jährige, sich jemals terroristisch betätigt zu haben – was verwundert: Denn laut Anklage soll der gelernte Fliesenleger aus Wien-Brigittenau ab 2013 in Syrien als "Abu Aische" ein Killerkommando geführt und mindestens sieben Enthauptungen, sowie zahlreiche weitere Morde und grausamste Verbrechen zu verantworten haben.

"In Syrien nur auf Grabsuche"

Verteidiger Florian Kreiner widersprach: "Mein Mandant reiste nur nach Syrien, um das Grab seines dort getöteten Schwagers zu suchen." Auch ein konvertierter Steirer, dessen Ehefrau, sowie Frau und Eltern des Fliesenlegers werden als Angeklagte geführt – für alle gilt die Unschuldsvermutung. Für mehr Details zu dem umfangreichen Verfahren klicke in die Infobox unten. Ein Urteil steht noch aus, der Terror-Prozess ist für mehrere Tage angesetzt.

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