Bartgeier-Horst wird zum kuscheligen Liebesnest

In der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee gibt es erfreuliches zu berichten: Das Turteln zweier Bartgeier blieb nicht ohne Folgen. Das gefiederte Paar brütet ein Ei.
In der Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee (Bezirk Gänserndorf) haben sich zwei Bartgeier gesucht und gefunden. Die auf Großvögel spezialisierte Einrichtung wird von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten geführt. Ein zunächst unschuldiger Flirt zwischen einem Bartgeier-Männchen und einem Weibchen blieb nicht ohne Ergebnis: Das gefiederte Paar brütet inzwischen, Seite an Seite im kuscheligen Liebesnest.

Annäherungen vor der Kamera

Dank der Videoüberwachung der Vogelstation konnten die Mitarbeiter das "Anbandeln" der beiden Raubvögel im Liebesglück mitverfolgen. Das Tierpflege-Team rund um den wissenschaftlichen Leiter Dr. Hans Frey, konnte das Bartgeier-Pärchen so beim gegenseitigen Kraulen und anderen Liebesbezeugungen beobachten. Inzwischen hat das Weibchen ein Ei gelegt. Bis das Küken schlüpft, wird noch etwa 54 Tage lang gebrütet.

Geteilte Pflegearbeit

Vorbildlich verhalten sich die beiden Bartgeier auch, was die Aufteilung der Brut angeht: Es wird geteilt. "Der stolze künftige Papa ist ganz begeistert und teilt sich das Brutgeschäft gerecht mit seiner Frau", erzählt Dr. Frey.

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Die Eltern stellen sich nicht nur besonders engagiert und achtsam im Umgang mit dem Nachwuchs an, sondern haben auch einen Bund fürs Leben geschlossen. Denn: Bartgeier-Pärchen bleiben ein Leben lang zusammen.

Das Team der Eulen- und Greifvogelstation ist darauf bedacht, dass die Tiere keinen zu engen Kontakt mit Menschen pflegen und achten deshalb besonders auf Distanz. Frey ist selbst Mitinitiator eines internationalen Bartgeier-Wiederansiedlungsprojekts. Er erzählt: "Eine artgerechte Aufzucht ist sehr wichtig, um später körperlich und geistig gesunde Vögel zu erhalten, die sich nach ihrer Freilassung problemlos in der Natur zurechtfinden."

Seit Beginn des Bartgeierprojektes wurden schon mehr als 200 Bartgeier in Haringsee geboren oder aufgezogen. Ein Großteil der Jungvögel wurde an verschiedenen Standorten in den Alpen oder in Andalusien freigelassen. Auch der Jungvogel im Ei wird im Rahmen des Bartgeier-Wiederansiedelungsprojektes ausgewildert. In welchem europäischen Gebirge das sein wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten.



Viel zu tun

Allein im letzen Jahr konnte in Haringsee 1.851 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammen-Eltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen.

Nur in der Pflegestation in Haringsee können Jungvögel an Ersatz-Mütter derselben Vogelart gegeben werden, was eine fast natürliche Aufzucht ohne unerfreuliche Nebeneffekte der Handaufzucht ermöglicht. In der Tier-Pflegestation werden aber auch abgegebene Igel, Fledermäuse, Schildkröten und weitere Kleintiere versorgt.





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