Politik

FLÖ: Rosenkranz auf Platz 1, Schnell auf Platz 2

Heute Redaktion
13.09.2021, 23:24

Die Freie Liste Österreich (FLÖ) hat bei ihrer Klausur am Sonntag die Kandidatenliste für die Nationalratswahl am 15. Oktober endgültig festgelegt.

Barbara Rosenkranz wird die Liste von Salzburgs Ex- FPÖ-Obmann Karl Schnell als Spitzenkandidaten anführen. Schnell wird am zweiten Listenplatz antreten, so die FLÖ in einer aktuellen Aussendung.

"Humpi Dumpi"

1997 kam die FPÖ Salzburg an vertrauliche Daten aus einem PC des damaligen Landeschefs der SPÖ, Gerhard Buchleitner. Schnell machte diese Daten als „Postenschacher-Liste" öffentlich und wurde durch einen Misstrauensantrag von ÖVP und SPÖ aus der Landesregierung gewählt. 1998 wurde er wegen Kritiks an Bundesparteiobmann Jörg Haider, dem er vorwarf, ihn in der „Datenklau-Affäre" zu wenig unterstützt zu haben, mitsamt der restlichen Führungsspitze der Salzburger Landespartei abgesetzt. Die Salzburger FPÖ wurde daraufhin direkt von der Bundesparteizentrale aus geleitet. Nach einer Entschuldigung bei Haider konnte Schnell seine Tätigkeit als Landesparteivorsitzender wieder aufnehmen.

Aufsehen erregte Schnell auch im Rahmen der im Mai 2000 von Hilmar Kabas ausgelösten Hump-Dump-Affäre, als er auf einer Parteiveranstaltung im November 2000 in Hinblick auf eine Aussage Kabas' über den damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil sagte: „Lump ist da eigentlich ein harmloser Ausdruck. Wir alle kennen diesen Ausdruck. Lumpi nenn i mein Hund – des is a netta, liaba Falott." Im Juli 2001 wurde er deswegen (nach Aufhebung seiner Immunität als Landtagsabgeordneter) vom Landesgericht Wien zu einer Geldstrafe von 100.000 österreichischen Schilling (rund 7200 Euro) verurteilt, das Oberlandesgericht Wien bestätigte das Urteil im Dezember 2001.

Der Deutschkreutzer Bürgermeister und burgenländische Landtagsabgeordneter Manfred Kölly (Ex-FPÖ) kandidiert demnach auf Platz 3. Dahinter folgen aus der Steiermark die Nationalratsabgeordnete Martina Schenk (Ex-Team-Stronach), Alois Wechselberger aus Tirol (Ex-FPÖ und Ex-Team-Stronach) und der Oberösterreicher Rainer Widmann (Ex-FPÖ-und Ex-BZÖ).

Die Liste geht mit drei zentralen Forderungen in den Wahlkampf: mehr direkte Demokratie, Radikalreform oder Austritt aus der Europäischen Union inklusive Volksabstimmung und Einwanderungsstopp.

Laut der Aussendung hätten sich 400 Personen in kürzester Zeit dazu bereit erklärt, für die Freie Liste Österreich zu kandidieren.

(red)

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