Florida-Leo: "Ich liebe Amanda noch immer"

Leo S. ist um Haaresbreite einer Haftstrafe in den USA entgangen. In "Heute" spricht er über das Happy End – und seine Gefühle zu einer minderjährigen Amerikanerin.

Jetzt fehlt nur nach der Pass, dann geht es nach zweieinhalb Monaten des Banges zurück in die Heimat. Am Freitag erfuhr der Oberösterreicher Leo S. (18) von seinem Anwalt Christian Thier, dass der Staatsanwalt keine Anklage gegen ihn erheben wird.

Erlösung kam mit Verspätung

In "Heute" spricht Leo S. jetzt erstmals über die Gefühlsachterbahn der letzten Wochen – und erzählt, dass er den für ihn erlösenden Anrufen am vergangenen Freitag zuerst gar nicht mitbekommen hat: "Ich war mit meiner Mama und meinem Papa unterwegs, als uns eine Botschaftsmitarbeiter erreichte. Sie meinte: 'Ihr habt ja schon die erfreuliche Nachricht gehört, oder?' Danach haben wir gesehen, dass unsere Anwaltskanzlei schon versucht hatte, uns zu erreichen."

Leo: "Es gab Freudentränen"

Umso emotionaler dann die folgenden Stunden: "Es gab Freudentränen. Wir sind zuerst einmal in unser Appartment gefahren und haben mit Familie und Freunden in der Heimat gechattet. Alles waren so glücklich. Ich habe das mit meinen Eltern bei einem guten Essen gefeiert", sagt Leo S. im ersten Interview mit "Heute". Wie berichtet, war er im August in Florida acht Tage lang hinter Gittern gesessen, weil er Sex mit seiner erst 15-jährigen amerikanischen Freundin Amanda gehabt hatte.

"Gefühle zu Amanda noch die gleichen"

"Ich war mir nicht bewusst, dass ich eine Straftat begangen habe. Das Damoklesschwert einer Haftstrafe hing danach immer über mir." Der Zuneigung zu der nur zwei Jahre jüngeren Frau tat dies aber keinen Abbruch, im Gegenteil: "Meine Gefühle zu Amanda sind die gleichen – ich liebe sie noch immer. Es hat sich absolut nichts verändert." Ob er sie wieder treffen wird – oder gar zu sich nach Europa einladen wird? Leo zu "Heute": "Was die Zukunft bringt, ist ungewiss."

"Schrecklichste Zeit meines Lebens"

Ob die letzten Wochen ("die schrecklichste Zeit meines bisherigen Lebens") seine Sicht auf Amerika verändert haben? "Die USA waren nie mein Traumland. Ich bin nur dorthin gereist, weil meine Freundin, die ich durchs Chatten kennengelernt hatte, dort war. Durch meine Situation sah ich auch eine andere Seite von Amerika."

Im US-Knast zusammengeschlagen

Erstmals spricht der Mühlviertler auch über die schrecklichen Erlebnisse in Haft: "Die ersten beiden Tage im Gefängnis waren furchtbar. Ich wurde in den vierten Stock gebracht, wo suizidgefährdete und verrückte Personen sind. Ich bin aufgewacht und war voller Blut. Mein Mitinsasse hatte mir einfach ins Gesicht geschlagen. Danach wurde ich in eine andere Zelle verlegt, da fühlte ich mich sicher."

"Konnte kaum einschlafen"

Allzu lange musste er dort aber nicht bleiben. Nachdem ein besorgter Unternehmer 200.000 Euro überwiesen hatte, war Leo S. – wie berichtet – am 9. August mit Auflagen (kein Pass, Handyverbot, Kontaktverbot zu Amanda) freigekommen. "Ohne den großzügigen Kautionssteller, der es mir ermöglicht hat, während der Wartezeit bei meinen Eltern zu sein, hätte ich das Ganze sicher nicht durchgestanden."

Doch die Gedanken an eine mögliche Freiheitsstrafe – bis zu 15 Jahre Knast standen im Raum – ließen ihn nicht los: "Wegen der großen Ungewissheit konnte ich sehr häufig nicht einschlafen" Untertags hat der HTL-Absolvent so oft wie möglich versucht, sich abzulenken: "Am besten gelang es mit Autofahrten, Musikhören und Fersehen."

Leo will nun Führerschein machen

Nun wird gottlob alles gut. Daheim in Oberösterreich, wo Leo höchstwahrscheinlich noch diese Woche ankommen wird, will er jetzt den Führerschein und seine Ausbildung zum IT-Techniker fertig machen. "Es wird aber noch viel Zeit brauchen, das Erlebte wirklich zu verarbeiten. Dafür weiß ich mein Heimatland Österreich jetzt so richtig zu schätzen." Auch an alle Leser zuhause hat Leo eine Botschaft: "Danke für die Gratulation und liebe Grüße an alle, die mit uns mitgefiebert haben."

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