Flüchtlinge werden in Zeltstädten untergebracht

Bild: fotokerschi.at

Knapp 600 Asylanträge wurden in den ersten zwei Tagen dieser Woche gestellt - ein absoluter Rekordwert, der das Innenministerium zwingt über neue Unterbringungsarten nachzudenken. Bereits am Wochenende sollen drei Zeltstädte errichtet werden, die die vorläufige Beherbergung sichern sollen.

597 Asylanträge wurden allein am Montag und am Dienstag dieser Woche gestellt. Die 314 Anträge des Monags entsprechen einem absoluten Rekord - noch nie verzeichnete man mehr Ansuchen an einem Tag, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006. Um dem Ansturm Herr zu werden entschloss man sich nun temporäre Zeltstädte zu errichten, die die Flüchtlinge beherbergen sollen.

Diese sollen in Salzburg und Linz auf dem Areal der jeweiligen der Landespolizei, sowie in Thalham beim dortigen Erstaufnahmezentrum entstehen. Laut Innenministerium werden maximal 12 Zelte pro Standort gebaut. Ein Zelt fasst nach UNHCR-Standards acht Flüchtlinge, so errechnet sich die maximale Kapazität von 96 Bewohnern pro Zeltstadt. Bei den Quartieren soll es sich nicht um permamente Aufenthaltsorte handeln - Flüchtlinge werden dort nur solange untergebracht bis feste Quartiere zur Verfügung stehen.
Auch Wien und die Steiermark wollen helfen: So sollen das Großquartier in Erdberg und das Schubhaftzentrum in Vordernberg genutzt werden werden.

Grüne, NEOS und Caritas kritisieren

Scharfe Kritik an den Unterbringungsplänen hagelte es aus der Opposition. Alev Korun, Menschenrechtssprecherin von den Grünen, warf Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) vor, die Probleme seien hausgemacht und bezweifelte, dass in einem so reichen Land wie Österreich keine andere Unterbringungsmöglichkeit existieren würde.

Ähnlich äußerste sich ihr Amtskollege Nikolaus Scherak von den NEOS, der auch nicht einsah, dass man auf Zeltstädte zurückgreifen müsse.

Auch die Caritas zeigte sich alles andere als zufrieden. Generalsekretär Klaus Schwertner nahm Bund und Länder in die Pflicht um Sachlichkeit walten zu lassen.

Ex-Politiker für Caritas-Aktion

Prominente Unterstützung für die Caritas-Initiative "Gegen Unrecht", die das Massensterben im Mittelmeer stoppen soll!

Ex-Vizekanzler Josef Pröll: "Als Familienvater trifft es mich besonders, wenn Menschen, insbesondere Kinder, in der Hoffnung auf Sicherheit und auf eine bessere Zukunft im Mittelmeer ertrinken. Diese Schicksale dürfen uns nicht egal sein."

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