Welt

Flüge, Stromnetze und Satelliten in Gefahr!

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:32

Die Erde ist am Donnerstag von einem der stärksten Sonnenstürme der vergangenen Jahre getroffen worden. Er sei deutlich stärker als der Sturm, der die Erde Ende Jänner erreicht habe, sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Erste schnelle Teilchen seien bereits eingetroffen. Die Folge: Flugausfälle, Probleme mit Stromnetzen und Satelliten.

Die Erde ist am Donnerstag von einem der stärksten Sonnenstürme der vergangenen Jahre getroffen worden. Er sei deutlich stärker als , sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Erste schnelle Teilchen seien bereits eingetroffen. Die Folge: Flugausfälle, Probleme mit Stromnetzen und Satelliten.

Der Sturm sollte noch den ganzen Tag andauern. Über dem Norden Europas könnten am Abend bunte Polarlichter zu sehen sein. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge stehen die Chancen dafür zumindest nördlich der Mittelgebirge "gar nicht schlecht".

Laut Paolo Ferri vom Raumflugkontrollzentrum Esoc der europäischen Raumfahrtagentur Esa liegen Warnungen vor einem Sturm vor, der am Abend kommen soll. Erwartet werde, dass dieser fünffach stärker ausfalle. Bisher seien keine Schäden an Satelliten bekannt, sensible Geräte seien vorsichtshalber schon am Mittwoch abgeschaltet worden. Schwierig sei es derzeit, die Lageregelung der Raumsonde "Venus Express" zu kontrollieren.

Sonnenstürme auch am Wochenende

Die Eruption in der Nacht zum Mittwoch habe in der linken Sonnenhälfte gelegen, der Hauptsturm fliege deshalb wohl links an der Erde vorbei, sagte Curdt. "Er wird uns also vermutlich nicht voll treffen." Der Sturm im Jänner habe die Erde rechts passiert. Das Gebiet auf der Sonne, in dem die aktuelle Eruption erfolgte, sei aber weiter aktiv. Es liege jetzt etwa auf der Sonnenmitte - am kommenden Wochenende sei deshalb die Wahrscheinlichkeit für gewaltige Sonnenstürme, die die Erde direkt treffen, am höchsten.

Flug- und Satellitenausfälle befürchtet

Sie könnten zum Ausfall von Flügen und Stromnetzen führen - und die Satelliten in der Erdumlaufbahn beeinträchtigen. "Es gibt zwei Probleme mit den Satelliten", sagte Ferri. Manche Satelliten wie das Weltraumteleskop "Integral" hätten sensible Geräte an Bord, die mit Hochspannung arbeiteten. "Und die reagiert sofort und sehr dramatisch." Die Geräte würden deshalb bei einer Sonnensturm-Warnung sofort abgeschaltet. "Das haben wir gestern schon gemacht mit "Integral"." Die Vorhersage von Sonnenstürmen, die auf die Erde zurasen, habe sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert - und die Gefahr für Schäden an Satelliten damit verringert.

Für Mitte 2013 rechnen Experten mit einem Maximum der Sonnenaktivität - aus ihren Außenschichten werden dann besonders oft große Gaswolken ins All geschleudert. Die Aktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu.

Der aktuelle Sturm ist nach Nasa-Angaben der zweitstärkste des aktuellen Sonnenzyklus. In den nächsten eineinhalb Jahren wird es wohl noch mehrere Sonnenstürme geben, die stärker werden. Wie viele es sein werden, kann nicht vorhergesagt werden.

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