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Fluggäste beschwerten sich über Verspätung wegen Sch...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:11

Auf einem Condor-Flug von München in die Dominikanische Republik erlitt ein Passagier einen Schlaganfall. Der Pilot entschied sich zu einer Zwischenlandung, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Dann passierte das laut einer Augenzeugin an Bord "beschämendste und menschenundwürdigste", das sie seit langem erlebt habe: Einige ungeduldige Fluggäste beschwerten sich bei der Bordcrew.

Auf einem Condor-Flug von München in die Dominikanische Republik erlitt ein Passagier einen Schlaganfall. Der Pilot entschied sich zu einer Zwischenlandung, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Dann passierte das laut einer Augenzeugin an Bord "beschämendste und menschenundwürdigste", das sie seit langem erlebt habe: Einige ungeduldige Fluggäste beschwerten sich bei der Bordcrew.

Der medizinische Notfall ereignete sich am 6. Dezember auf dem Weg von München nach Punta Cana. Eine junge Frau, die im Flieger saß, berichtete in einem Facebook-Posting über den erschreckenden Vorfall, den Condor mittlerweile gegenüber dem "Stern" bestätigt hat. Nach vier von zehn Stunden Flugzeit fragte der Pilot mehrmals per Durchsage, ob sich ein Arzt an Bord befindet.

Flugbegleiter eilten mit einer Sauerstoffflasche und einem Erste-Hilfe-Koffer zum Patienten und kümmerten sich um diesen. Zu diesem Zeitpunkt sollte eigentlich allen Passagieren klar gewesen sein, dass ein Menschenleben auf dem Spiel steht. Daher entschloss sich der Kapitän mitten über dem Atlantik zu einer Zwischenlandung. Er sagte durch, dass die Maschine wegen eines Schlaganfalls in St. Johns in Neufundland landen müsste.
Manche Fluggäste hatten keinen Funken Verständnis

Nach der Landung wurde der Fluggast bereits von medizinischem Personal empfangen und ins Spital gebracht. Das Flugzeug selbst sollte neu betankt und am Abend in Richtung Punta Clana abheben. Doch trotz des akuten Notfalls reagierten viele Fluggäste verärgert und beschwerten sich bei den Flugbegleitern wegen der Wartezeit.

Schließlich sahen sich der Pilot und der leitende Flugbegleiter dazu gezwungen, den Passagieren ihr Verhalten vor Augen zu halten. Per Durchsage baten sie die Reisenden, sich vorzustellen, es würde sich um einen Familienangehörigen handeln und sie mögen Verständnis zeigen.

Das Flugzeug kam mit zwei Stunden und 45 Minuten Verspätung am Zielort an. Einige Reisende haben dadurch womöglich ein Essen oder einen Weg in das Hotel-Spa versäumt.

"Weiß nicht, was das für Menschen sind"

Die junge Augenzeugin erinnert sich mit Entsetzen an den Flug: "Ich weiß nicht, was das für Menschen sind, denen ein paar Stunden Urlaub wichtiger ist als das Leben einer anderen Person aber es spiegelt eine Entwicklung unserer Gesellschaft wieder die nicht nur Grund zu Sorge gibt, sondern in Sachen Mitmenschlichkeit, Anstand und Nächstenliebe schlichtweg inakzeptabel ist", schrieb sie sich auf Facebook ihren Ärger vom Leib.

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