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Flugtickets als Preisfalle für Reisende

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:02

Flüge zu buchen ist heutzutage eine bequeme Angelegenheit. Mit ein paar Klicks haben Reisende das Ticket in der Tasche. Doch wie hoch ist der Preis, den sie dafür bezahlen? Ein ÖAMTC-Test hat ergeben, dass vor allem Online-Buchungen nicht transparent sind. Preise variieren oft nicht nur stark nach Buchungsdatum, die Kosten sind manchmal sogar vom Endgerät abhängig.

Online-Buchungen erleichtern die Reise-Planungen ungemein, aber oft dummerweise auch die Geldbörse. Ein Test des ÖAMTC lieferte schockierende Ergebnisse. Die Touristik-Experten suchten mehrmals und von verschiedenen Endgeräten aus nach demselben Flug. Dabei traten sowohl bei Buchungen über Fluglinien-Websites als auch bei Buchungsplattformen enorme Preisschwankungen auf. Skandalös: Verschiedene Endgeräte haben zum selben Zeitpunkt zu unterschiedlichen Preisen geführt.

"Preisentwicklung vollkommen willkürlich"

Das Fazit der ÖAMTC-Expertin Maria Renner ist verheerend: "Die Entwicklung der Preise scheint vollkommen willkürlich zu sein und ist für die Konsumenten damit nicht nachvollziehbar". Sucht man sich den gewünschten Flug direkt über die Airline, kann der Preis bei wiederholter Suche innerhalb von zwei Wochen stark nach oben oder nach unten schwanken.

Beispielsweise kostete ein Lufthansa-Flug von Wien nach Berlin bei der ersten Abfrage, die einen Monat vor Abflug durchgeführt wurde, 258,34 Euro. Der Preis stieg später auf 293,34 Euro an und ging am letzten Testtag auf 273,34 Euro zurück. Die höchste Fluktuation in der ÖAMTC-Erhebung wurde bei einem Flyniki-Flug von Wien nach London festgestellt: Je nachdem, wann der Preis bei der Fluggesellschaft abgefragt wurde, kostete der Flug zwischen 316 und 431 Euro. Dies entspricht einer Preissteigerung von 36 Prozent innerhalb nur einer Woche.

Preis binnen zwei Wochen um 29 Prozent gestiegen

Aber nicht nur ein häufiges Auf und Ab zwischen "teuer" und "günstig" war oft zu beobachten. Bei einem Flug von Wien nach Paris, durchgeführt von Austrian Airlines, lagen die Kosten rund einen Monat vor Abflug an den ersten drei Testtagen noch bei 303,94 Euro. Je näher der Abflugtag rückte, desto teurer wurde der Flug, bis er zwei Wochen nach der ersten Abfrage bei 393,94 Euro lag. Diese Preissteigerung entspricht 29 Prozent innerhalb von zwei Wochen.

Bei den Onlineportalen wurden ebenfalls starke Preisschwankungen beobachtet. "Ein Air Berlin-Flug von Wien nach Berlin kostete bei E-Bookers am ersten Testtag noch 167,44 Euro, am letzten Tag des ÖAMTC-Tests waren es bereits 197,44 Euro", erklärt Renner. "Bei Opodo stieg der Preis für den gleichen Flug im identen Reisezeitraum von einem Tag auf den anderen ebenfalls um 30 Euro an, von 173,29 auf 203,29 Euro."

Unfassbar: Wahl des PCs ausschlaggebend

Interessant: Die Opodo-App gab für denselben Flug sowohl am ersten als auch am zweiten Testtag 167,34 Euro an. Unterschiedliche Preise je nach Endgerät konnten auch bei einem Austrian Airlines-Flug bei Bravofly zum exakt selben Zeitpunkt festgestellt werden: Während die Bravofly-App einen Preis von 153,34 EUR angab, zeigte ein PC 178,34 EUR an, ein weiterer PC 163,34 EUR.

Bei Buchungsportalen gibt es außerdem oft keine genaue Aufschlüsselung der Kosten. Wie der Endpreis letztlich zustande kommt, ist nicht immer nachvollziehbar. Bei Bravofly ist zusätzlich Vorsicht geboten, weil eine Reiseversicherung voreingestellt ist, was gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes verstößt.

Auf der zweiten Seite finden Sie Tipps für die Suche nach Ihrem Flug. Bitte blättern Sie um!Tipps der ÖAMTC-Touristikerin Maria Renner:

Vergleichen lohnt sich

Die beste Möglichkeit, sich einen Überblick über die gewünschte Flugstrecke zu verschaffen, bieten Meta-Suchmaschinen wie checkfelix.at, swoodoo.at oder skyscanner.at. Diese Portale leiten die Anfrage an mehrere Suchmaschinen weiter und fassen die Ergebnisse übersichtlich zusammen. Außerdem greifen Meta-Suchmaschinen mit ihrer eigenen IP-Adresse auf Reiseportale zu, die damit keinen Zugriff auf das Surfverhalten des Users erhalten.

Verschiedene Browser verwenden

Es kann sich lohnen, bei der Flugsuche verschiedene Browser zu verwenden (Internet Explorer, Google Chrome, Mozilla Firefox etc.) und die jeweils angezeigten Preise miteinander zu vergleichen, weil es auch hier zu Preisabweichungen aufgrund der Cookie-Technik kommen kann.

Cookies löschen

Die Cookie-Technik erstellt ein Profil über die Surfgewohnheiten des Users, darunter auch Eingaben auf Buchungsportalen. Bei wiederholter Suche nach bestimmten Flügen kann es sich bezahlt machen, die Cookies manuell zu löschen. Vorsicht: Damit gehen auch persönliche Seiteneinstellungen und Anmeldeinformationen verloren und müssen neu eingegeben werden.

Gegencheck auf Buchungsportalen

Die Website der Airline ist tendenziell der teuerste Buchungskanal. Der Gegencheck auf Online-Buchungsportalen kann sich also lohnen.

Möglichst früh und schnell buchen

Wer mindestens ein halbes Jahr vor Abflug bucht, ist meist im Vorteil. Außerdem sollte man, wenn man einen attraktiven Preis gefunden hat, sofort buchen - Änderungen sind binnen kürzester Zeit möglich.

Richtiger Buchungszeitpunkt

Die Preise hängen auch von der Anzahl der User, die sich für einen Flug interessieren, ab. Speziell Buchungen an einem Montagvormittag sollten daher vermieden werden.

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