Flugreisende mit zu großem Handgepäck zehren an den Nerven von Mitreisenden und der Kabinencrew. Deshalb hatte die internationale Luftverkehrsvereinigung zunächst angedacht, die erlaubte Größe zu reduzieren. Nach scharfer Kritik zog die IATA den Vorschlag vorläufig wieder zurück.
Geschäftsreisende und Kurzurlauber nutzen die mögliche Mitnahme von Handgepäck häufig, um keine Koffer oder Taschen aufgeben zu müssen. Vor allem die mit an Bord genommenen kleinen Trolleys passen jedoch oft nicht ins das Gepäckfach (Overhad Bins) der Flugkabinen, was hin und wieder für dicke Luft in der Flugzeugkabine sorgt.
Ein Drittel weniger Platz
Die IATA hatte vorgeschlagen, die Maße auf 55x35x20 Zentimeter zu begrenzen. Bis zu zwölf Liter und damit 40 Prozent des Volumens wären dann wegefallen. Besorgte Passagiere und internationale Kritik haben die Luftverkehrsvereinigung scheinbar zum Umdenken gebracht. Die Idee wird vorerst auf Eis gelegt. Man müsse diese noch "unter Einbeziehung aller Beteiligten überprüfen", hieß es am Mittwoch.
Fluggäste wären doppelt betroffen gewesen. Sie hätten sich einerseits zwischen weniger Gepäck und einem großen Koffer, der aufgegeben werden muss, entscheiden müssen. Andererseits hätten sich die Reisenden neue Koffer und Taschen, die den Normen entsprechen, zulegen müssen.
Die Empfehlung wäre für Fluglinien zwar nicht verbindlich gewesen, einige Fluglinien hatten jedoch bereits über die Umsetzung der Regelung nachgedacht. Darunter waren laut IATA angeblich auch Emirates, Qatar und die AUA-Mutter Lufthansa.
Die Internationan Air Transport Assocication ist der internationale Dachverband der Fluggesellschaften und hat ihren Sitz in Kanada. Sie hat derzeit 250 Mitglieder, die fast den ganzen internationalen Flugverkehr abdecken. Einige Billigfluggesellschaften wie etwa Ryanair oder Easyjet gehören nicht dazu. NIKI ist wie auch die AUA bzw. Lufthansa Mitglied.