"Es ist eine Tragödie"

Flut verwandelt Sportplätze in Sumpf und Schlammwüsten

Nach den verheerenden Fluten sind viele Sportplätze nur noch Schlammwüsten. Den Helfern läuft langsam die Zeit davon. Betroffene berichten in "Heute".
Christian Tomsits
18.10.2024, 07:30
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Das Jahrhundert-Hochwasser in Niederösterreich liegt bereits mehr einen Monat zurück – doch die Folgen der Flut sind für die Betroffenen immer noch allgegenwärtig. Neben unzähligen Kellern, Häusern und Wohnungen wurden vor allem Sportstätten im Katastrophengebiet von den Überschwemmungen überrollt.

Schwere Schäden in Würmla

Meist am Ortsrand in der Ebene angesiedelt, walzten die Wassermassen ungebremst über Fußball- und Tennisplätze hinweg. Was blieb, sind völlig unbespielbare Schlammwüsten – Tennis-Spiele und Fußball-Trainings mussten komplett gestrichen werden – besonders für sportbegeisterte Kinder ein schwerer Schlag. Beim SV Würmla (Bezirk Tulln) stand das Wasser tagelang 1,5 Meter auf dem Rasen, er ist völlig kaputt.

Auch der Jugendbus der Fußball-Mannschaft, Heizung und Elektrogeräte des Clubs sind zerstört. "Es ist eine Tragödie für den Sport insgesamt und es tut mir besonders um die vielen Kinder leid, die pausieren oder auf andere Plätze ausweichen müssen", so Tormanntrainer Martin (41). Er und sein Sohn Mattias (13) aus der U14 blicken traurig auf den Sumpf, auf dem früher freudig gekickt wurde.

Auch anderswo sind die Schäden immens: "Unser Tennisplatz ist ein Totalschaden", ist Franz Müllner, der Präsident des Clubs in Königstetten (Bezirk Tulln) zerknirscht. Durch eine Dammöffnung, die den Ort vor Überflutung schützen sollte, kam das Wasser bei ihm gleich "von drei Seiten und stand bis an die Unterkante vom Netz", im Vereinskeller "sogar zwei Meter hoch".

Tennis-Club versinkt im Chaos

An Training oder gar Matchbetrieb war für die 190 Mitglieder zuletzt überhaupt nicht zu denken, stattdessen wurde gemeinsam Schlamm geschaufelt. "Alle Leitungen sind kaputt, unsere PV-Anlage natürlich auch. Das wird noch sehr lange dauern", so Müllner, der mit rund 100.000 Euro Kosten rechnet und auf einen späten Wintereinbruch hofft, damit "der Platz überhaupt noch gerettet werden kann."

Frost-Katastrophe droht

Dafür muss die zehn Zentimeter dicke Schlammschicht in mühsamer Arbeit händisch entfernt werden, ohne den Unterboden zu beschädigen, sonst drohe beim "nächsten Frost die Katastrophe" – etwa durch platzende Leitungen. Die Sportunion hat für betroffene Vereine einen Spendenaufruf gestartet – um auch jene Kosten abzudecken, die nicht durch den Katastrophen-Fonds gedeckt werden und die Rücklagen der Vereine übersteigen.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 18.10.2024, 16:03, 18.10.2024, 07:30
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