Der Streit um eine Giftspritze endete doch tödlich: Zuerst wurde die für Mittwoch geplante Hinrichtung von Serienmörder Joseph Paul Franklin (63) durch eine Richterin Stunden vor dem Termin verhindert. Dann gab ein anderes Gericht wieder grünes Licht.
durch eine Richterin Stunden vor dem Termin verhindert. Dann gab ein anderes Gericht wieder grünes Licht.
Das Hin und Her um die Vollstreckung eines Todesurteils im US-Bundesstaat Missouri wegen der umstrittenen Zusammensetzung der Giftspritze soll jetzt ein Ende haben: Das Berufungsgericht bestätigte am Mittwoch, Serienmörder Joseph Paul Franklin könne wie geplant hingerichtet werden. Daraufhin wurde das Urteil vollstreckt, wie "USA Today" berichtet. Auch der Oberste Gerichtshof der USA hatte das Urteil nicht mehr revidiert.
Streit um Giftspritze mit Pentobarbital
Kurz zuvor hatte eine Richterin des US-Bezirksgerichts in St. Louis die für Stunden später angesetzte Hinrichtung wegen eines Medikamentenstreits verhindert. Konkret hatte der 63-Jährige und weitere Todeskandidaten gegen das neue Hinrichtungsverfahren in Missouri geklagt, bei dem erstmals nur noch ein Medikament, Pentobarbital, eingesetzt werden soll.
Franklin geisteskrank?
Aber auch im Fall der Aufhebung des Urteils war nicht klar, ob Franklin hingerichtet werden darf. Ein zweiter Bundesrichter gab nämlich einem Einspruch gegen die Hinrichtung wegen einer möglichen Geisteskrankheit Franklins statt. Diese Diagnose müsse gründlich überprüft werden, hieß es.
Missouri hat bisher einen Giftcocktail aus drei Medikamenten für Hinrichtungen benutzt. 2012 kündigte der Bundesstaat an, auf eine Giftspritze mit nur einem Medikament, dem Anästhetikum Propofol, umsteigen zu wollen. Gouverneur Jay Nixon forderte die Gefängnisbehörde auf, eine andere Lösung zu finden, nachdem aus der medizinischen Welt ein Aufschrei gegen die Verwendung von Propfol kam. Das Medikament wird zum größten Teil aus Europa importiert, die EU drohte, die Ausfuhren zu begrenzen. Die Behörde schlug daraufhin Pentobarbital vor.