Wien

Förderung soll Streaming-Produktionen nach Wien holen

Die Stadt erweitert ihre Filmförderung. Künftig gibt es auch Geld für Streaming-Formate. Dadurch soll der Wirtschaftsstandort Wien profitieren.
Louis Kraft
23.03.2022, 14:54

Ende Februar sorgten Schüsse, Explosionen und Polizei-Großaufgebot auf der Donauplatte in der Donaustadt für Aufsehen. Zum Glück handelte es sich dabei aber um Dreharbeiten für die Netflix-Großproduktion "Tyler Rake: Extraction 2" mit Hollywood-Schauspieler Chris Hemsworth, wir haben berichtet.

Geht es nach der Stadt, soll es in Wien künftig noch viel öfter "filmreif krachen". Nachdem 2021 für die Filmstadt Wien ein wahres Rekordjahr war - im Vorjahr war Wien Schauplatz von rund 80 internationalen Produktionen für Kino und TV - ruft die Stadt mit dem "Vienna Film Incentive" nun eine neue Förderung ins Leben, die nicht nur klassischen Filmproduktionen, sondern auch Serien offen steht. Erstmals auch dezidiert Produktionen für Streaming-Anbieter anspricht.

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"Das 'Vienna Film Incentive' ist ein zeitgemäßes Förderinstrumentarium. Indem es auch Formate als förderbar betrachtet, die für Streaming-Anbieter produziert werden, trägt es den aktuellen Entwicklungen in der Filmindustrie Rechnung", erklärt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke. (SPÖ). Die neue Förderschiene sei explizit als Filmförderung zu verstehen, die auf die Tourismuswirtschaft Bezug nimmt. Sie soll der Wiener Visitor Economy zugutekommen – den Wirtschaftstreibenden und dem Tourismusstandort, so Hanke.

Mindestdrehzeit in Wien und heimischer Partner als Voraussetzung

Im Rahmen des 'Vienna Film Incentive' investiert die Stadt Wien bis Ende 2023 zwei Millionen Euro, um internationale Filmemacher für Wien zu begeistern. Gefördert werden internationale Produktionen, die zur Gänze oder teilweise in Wien gedreht werden und mindestens zwei Tage dauern. Ausschließlich jene Ausgaben, die zumindest zwei Drehtage in Wien beanspruchen und deren Länge zumindest 45 Minuten beträgt (bei Serien können einzelne Folgen zusammengezählt werden).

Zugleich ist Voraussetzung, dass eine österreichische Serviceproduktionsfirma mit an Bord ist. Die Gesamtherstellungskosten müssen bei Spielfilmen mindestens vier Millionen Euro betragen, bei Dokumentarfilmen bei mindestens 500.000 Euro liegen. Die Förderquote beträgt maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Herstellungskosten. Die maximale Obergrenze der Fördersumme beträgt je Projekt 400.000 Euro. Die Einreichung erfolgt online über die Website https://filmincentive.vienna.info. Hier sind zugleich sämtliche für eine Einreichung notwendigen Informationen samt der vollständigen Förderrichtlinie zu finden. Nach Prüfung aller erforderlichen Unterlagen gilt das Prinzip "first-come, first-served". Die vollständige Förderrichtlinie ist ab sofort hier online abrufbar.

Pop-Kultur soll Wiens Image im Ausland stärken

Neben den wirtschaftlichen Primäreffekten, etwa der Wertschöpfung, die im Rahmen einer Produktion durch Ausgaben vor Ort entsteht, und damit verbundenen Beschäftigungseffekten zielt die Stadt insbesondere auf die touristische Imagebildung ab. Denn Wien als Drehort bedeute nicht nur Aufträge für die lokale Wirtschaft, standortwirksame Aufwendungen für Nächtigungen oder die Verpflegung der Filmteams, sondern zahle langfristig auch in die touristische Attraktivität der Stadt ein. Daher sei das neue Vienna Film Incentive operativ auch im WienTourismus angesiedelt.

Mit der neuen Förderschiene erweitert WienTourismus das Portfolio, wie Tourismus-Direktor Norbert Kettner erklärt. Zusätzlich zur klassischen internationalen Marketingkommunikation werde künftig auch gezielt das Instrument der Filmförderung genutzt, das auf die Steigerung der Wahrnehmung bei potenziellen Wien-Besuchern abzielt. Besonders wichtig sei das für die Erschließung von Fernmärkten, wo der Bekanntheitsgrad und der Imagefaktor Wiens über die Populärkultur noch weiter gesteigert werden soll.