Sind Kinder, die viel gamen, dicker?

Der Zusammenhang zwischen Videospielen und Übergewicht ist geringer als bisher angenommen. Bei Kindern und Jugendlichen ist er gar nicht nachweisbar.

Wissenschafter aus Linz und Würzburg untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Videospielen und Übergewicht. Die etwas überraschende Conclusio: Kinder, die häufig am PC zocken, sind nicht dicker, als solche, die es nicht tun. Bei Erwachsenen konnte nur ein geringer Effekt nachgewiesen werden.

Zwar sind videospielende Erwachsene etwas dicker als Nichtzocker, aber nur etwa ein Prozent des Körpergewichts bei Erwachsenen lasse sich auf Videospiele zurückführen, so Caroline Marker von der Universität Würzburg zur "dpa": "Die Ergebnisse bestätigen die Annahme eines starken Zusammenhangs zwischen Videospielen und Körpergewicht nicht", so die Forscherin.

Bestimmte Videospiele können sogar gesundheitsfördernd sein

Für dieses Studie wurden nur solche Computerspiele berücksichtigt, denen im Sitzen nachgegangen werden kann. Spiele bei denen man sich bewegen muss, wie etwa Tanzen oder Bowling spielen, könnten sogar vorbeugend gegen Übergewicht wirken.

Die jüngsten Forschungsergebnisse halten dennoch alarmierende Zahlen bereit. Videospielende Kinder bewegen sich nicht unbedingt weniger als ihre Altersgenossen. Denn die körperliche Alltagsaktivität der Vier- bis 17-Jährigen ging seit 2007 um ganze 37 Prozent zurück.

Couch-Potatoes eher übergewichtig als Gamer

Warum Erwachsene, die Computerspielen nachgehen, etwas dicker sind und es bei Jugendlichen keine Auswirkung hat, können die Forscher gegenwärtig nicht beantworten.

Studien belegen, dass vermehrtes Fernsehen auf dem Sofa zu Übergewicht führen kann. Warum es beim Videospielen anders ist, können Wissenschafter nur erahnen. Möglich ist, dass beim Spielen mehr Energie verbraucht wird, als beim Fernsehen. Außerdem wäre das Konsumieren von Snacks beim Fernsehen einfacher, als beim Videospielen. (mr)

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