Verhütungsgel für den Mann wird getestet

Bild: Kein Anbieter/iStock
Wissenschaftler am National Institute of Child Health and Human Development haben ein Gel entwickelt, das die Spermienproduktion kurzzeitig aufhalten soll.
Nach wie vor sind es Kondom und Pille die Spitzenreiter in der Empfängnisverhütung. Mittlerweile steigt aber auch bei längeren Partnerschaften die Zahl der skeptischen Stimmen und Gegenrufe werden laut. Der Weg der Gleichberechtigung in der Verhütung könnte nun bald den Test der Praxis bestehen.

„Viele Frauen können keine hormonellen Verhütungsmethoden verwenden und männliche Verhütungsmethoden sind nach wie vor auf Kondome und Vasektomien beschränkt (…) Eine sichere, hoch effektive und auch rückgängig-machbare Methode der männlichen Verhütung würde eine große Lücke im Gesundheitssystem füllen", so Dr. Diana Blithe, die Leiterin des National Institute of Child Health and Human Development's (NICHD) Contraceptive Development Program in einem Statement zur Studie.



Nachdem bei Versuchen mit Affen bereits erste Erfolge zu verzeichnen waren, geht es nun in die erste Testphase. 420 Paare werden die amerikanischen Forscher über einen Zeitraum von 23 Monaten beobachten. Die Männer sollen einen halben Teelöffel des Gels jeden Tag zwischen 4 bis 12 Wochen a, Rücken verteilen oder auf den Schultern auftragen, um die Verträglichkeit der Formel zu testen. Die im Gel enthaltenen "Progestine" sollen das natürliche Testosteron blockieren, sodass sich die Spermienproduktion nach geraumer Zeit einstellt. Zusätzlich enthält es noch Testosteron in geringen Mengen, um zu verhindern, dass die Methode die Libido des Mannes negativ beeinflusst. 24 Wochen nach Absetzung sollen Männer wieder zeugungsfähig sein.

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2012 gab es zu Vorläufern des Gels schon eine sechsmonatige Studie, wo das Spermienvorkommen temporär auf 89% reduziert werden konnte. 2017 wurde mit einer Methode, bei der die Samenleiter blockiert wurden, eine 100 prozentige Wirkung erzielt. Daneben gibt es gerade Testphasen zur Pille für den Mann, einer Verhütungsinjektion und Implantaten. 2016 kam es bei 20 von 320 Teilnehmern zu Nebenwirkungen wie Depressionen, Stimmungsschwankungen, Akne, erhöhter Libido und Muskelschmerzen, weswegen die Studie dann abgebrochen wurde. Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel bei Frauen sind Depression, Thrombose, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust und Migräne.

(GA)
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