Forscher finden Heilmittel gegen Erdnussallergie

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Australische Mediziner haben Kinder mit einer Erdnussallergie erfolgreich behandelt: Viele konnten die Nüsse auch vier Jahre später problemlos essen.

Einen Durchbruch bei der Behandlung von Erdnussallergien melden australische Ärzte. Die Studie sei "der stärkste Beweis dafür, dass eine Erdnussallergie heilbar sein könnte", erklärte die Wissenschaftlerin Mimi Tang.

Gemeinsam mit ihren Kollegen am Murdoch Children's Research Institute in Melbourne hatte sie Kindern mit Erdnussallergie probiotische Bakterien und eine kleine Dosis Erdnussprotein verabreicht – mit Erfolg: Seit dem Ende der Behandlung 2013 vertragen bis heute 70 Prozent der Kinder weiterhin Erdnüsse.

Ein großer Schritt

Die Ergebnisse legten nahe, dass die Behandlung auch langfristig noch Wirkung zeige, erklärte Tang. 56 Kinder nahmen an der Studie teil, die im Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht wurde. Die Hälfte der Kinder erhielt ein Placebo, die andere Hälfte die Behandlung, die das Immunsystem dazu bringt, Erdnussallergie zu tolerieren.

"Die Bedeutung unseres Ergebnisses liegt darin, dass diese Kinder Erdnüsse essen konnten wie Kinder, die keine Erdnussallergie haben, und ihre Toleranz immer noch aufrechterhalten", erklärte Tang. Ihrer Auffassung nach könnte das Resultat der Studie auch für die Behandlung von anderen Allergien von Bedeutung sein: "Das ist ein großer Schritt, um dem Problem mit Lebensmittelallergien in westlichen Gesellschaften zu begegnen."

Unangenehm und potenziell tödlich

Erdnüsse gelten als einer der größten Risikofaktoren für allergische Schocks – im schlimmsten Fall können diese tödlich enden. Jedes 20. Kind leidet an einer Lebensmittelallergie. Auch zwei von 100 Erwachsenen sind von Allergien gegen Meeresfrüchte, Kuhmilch, Eier oder Erdnüsse betroffen.

Schon 2015 hatte sich Tang positiv über die Wirkung der Milchsäurebakterien geäußert: "Es scheint, als hätten wir es geschafft, den Körper so zu modifizieren, dass er nun in der Lage ist, mit dem Erdnussallergen umzugehen", teilte ihre Hochschule damals mit.

Die australischen Wissenschaftler wollen ihre Untersuchungen nun fortsetzen. Dafür wollen sie als Nächstes die Zahl der Studienteilnehmer erhöhen.

(Red)

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