Forscher glauben an Entdeckung von fünfter Naturkraft

Bis 2021 soll der Protonenstrahl im LHC noch höhere Energien erreichen und damit neue Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen und vielleicht auch Hinweise auf eine neue Physik ermöglichen.
Bis 2021 soll der Protonenstrahl im LHC noch höhere Energien erreichen und damit neue Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen und vielleicht auch Hinweise auf eine neue Physik ermöglichen.(Bild: CERN)
In der Physik gibt es vier Naturkräfte, darüber sind sich Forscher seit Jahren einig. Das Cern bei Genf scheint aber vor einer Sensation zu stehen.

In der Physik gibt es vier Grundkräfte: Gravitation, Elektromagnetismus sowie schwache und starke Wechselwirkung. Wissenschaftler sind sich seit Jahren einig, dass mit dem Standardmodell der Teilchenphysik, drei dieser vier Naturkräfte und dem Higgs-Teilchen fast alle Phänomene des Mikrokosmos erklärbar sind. Das Teilchenforschungszentrum Cern bei Genf rüttelt nun an dieser Vorstellung: Laut den Forschern könnte es noch eine weitere Naturkraft geben – eine fünfte Grundkraft jenseits der bisher bekannten Physik.

Wichtiger als das Higgs-Teilchen?

Das könnte unser Verständnis des Universums umkrempeln und bedeutsamer sein als der Nachweis des Higgs-Teilchens, schreibt nun der "Tages-Anzeiger" (Bezahlartikel). Auch Physiker von der Universität Zürich seien an der Studie maßgeblich beteiligt. Von einer Entdeckung wolle das Cern allerdings noch nicht sprechen. Die statistische Signifikanz reiche dafür bis jetzt nicht aus, sagen die Forscher.

In den letzten Jahren kam das Standardmodell der Teilchenphysik allerdings bereits an seine Grenzen. Dunkle Materie kann es zum Beispiel nicht erklären. Das zeigen auch Messungen in Genf mit einem Detektor namens LHCb, an dem Forschergruppen der Universität Zürich und der ETH Lausanne beteiligt sind.

Neues physikalisches Phänomen

Das Cern beschleunigt Protonen, und wenn diese kollidieren, entstehen sogenannte B-Mesonen. Sie zerfallen in weitere Teilchen, wobei laut dem Standardmodell der Teilchenphysik genau gleich häufig zwei Elektronen oder zwei Myonen entstehen sollten. Physiker sprechen dabei von einer "Leptonen-Universalität".

Das ist laut Cern aber nicht der Fall. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den gemessenen Abweichungen um eine zufällige statistische Fluktuation handle, liegt laut "Tages-Anzeiger" bei weniger als 0,1 Prozent. Für eine Entdeckung eines neuen physikalischen Phänomens müsste sie allerdings kleiner als 0,00003 Prozent sein.

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