Welt

Forscher wollen Mammut klonen

Heute Redaktion
Teilen

Aus Gewebeproben von Überresten eines Exemplars der ausgestorbenen eiszeitlichen Elefantenart wollen Wissenschafter jetzt ein Mammut klonen. Zuvor hatten sie Kojoten geklont.

Der einst als Fälscher entlarvte Klon-Spezialist Hwang Woo Suk aus Südkorea will das ehrgeizige Projekt gemeinsam mit einem Russen vornehmen.

Dazu sollen möglichst bald Gewebeproben aus Überresten eines Exemplars der ausgestorbenen eiszeitlichen Elefantenart von Russland nach Südkorea gebracht werden, wie ein Sprecher der von Hwang geleiteten Foundation "Sooam Biotech Research" mitteilte. Man sei zuversichtlich, dass die russische Regierung die erforderliche Genehmigung für die Ausfuhr entsprechender Gewebeproben nach Südkorea in den nächsten Monaten erteilen werde, hieß es.

Hund "Snuppy" war keine Fälschung

Hwang Woo Suk hatte im August 2005 den ersten Klonhund, "Snuppy", vorgestellt. Während zwei seiner Studien zu embryonalen Stammzellen als Fälschung aufgedeckt wurden, hatte sich "Snuppy" tatsächlich als Klon erwiesen. Im Jahr 2006 hatte Hwang die Stiftung Sooam Biotech Research Foundation gegründet.

Kojoten als Referenz

Das Institut habe unter anderen Tieren bereits erfolgreich Kojoten geklont. "Das Klonen der Kojoten war nur ein Anfang", sagte der Sprecher. Hwang hatte im vergangenen Oktober acht Kojoten präsentiert, die er nach eigenen Angaben geklont hatte.

Eizellen aus Elefant

Bei dem nun geplanten Projekt wollen die Forscher Zellkerne aus dem Mammut-Gewebe in Eizellen eines indischen Elefanten einsetzen. Diese Eizellen sollen dann einer Elefantenkuh eingepflanzt werden, damit sie den Embryo austrägt. Im Gegenzug für das Mammut-Gewebe will Sooam sein Technologie-Know-how mit der russischen Universität teilen.

Beliebtes Projekt

Im Jänner 2011 hatten japanische Forscher erklärt, dass es bereits Vorbereitungen zur Erschaffung eines Klon-Mammuts gebe. Auch andere Forscher hatten schon Jahre zuvor ähnliche Ankündigungen gemacht. Als 2008 das Erbgut des Mammuts zu großen Teilen entziffert worden war, hatte das Fachjournal "Nature" allerdings die Chance auf ein Klon-Mammut als äußerst gering eingeschätzt. Das Erbmaterial sei zu stark zerstört gewesen.