Am Gelände der Müllverbrennungsanlage Simmeringer Haide wurde am Donnerstag eine weltweit einzigartige Forschungsanlage eröffnet. Experten aus verschiedensten Bereichen arbeiten dort an der Produktion von grünen Treibstoffen. Aus Holzabfällen, Klärschlamm oder Rückständen der Papierindustrie wird sogenanntes Synthesegas hergestellt. Dieses wird vor Ort weiterverwertet – unter anderem zur Produktion von erneuerbarem und CO2-neutralem Diesel.
Die Forschungsaktivitäten wurden bereits gestartet. Mit einem Megawatt Leistung ist die Anlage bereits in einem industrienahen Maßstab gebaut – also im letzten Stadium vor einem Realbetrieb. Neben der Erzeugung von grünem Treibstoff ist auch die Produktion von grünem Gas oder grünem Wasserstoff Teil des Forschungsprojektes "Waste2Value". Eingesetzt werden kann die Technologie in unterschiedlichen Bereichen, etwa in der Landwirtschaft, dem Flugverkehr, dem Schwerverkehr oder bei Bussen, für die Wasserstoff als Treibstoff nicht optimal verwendet werden kann.
"Diese Anlage ist ein Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft", sagt Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber. "Wir machen hier aus Abfällen und Reststoffen grüne Treibstoffe und vergleichbare Industrierohstoffe und treiben damit den Klimaschutz in der Stadt voran." Die Technologie sei vielversprechend: Künftig könne eine solche Anlage im Industriemaßstab bis zu 10 Millionen Liter grünen Treibstoff pro Jahr erzeugen und damit bis zu 30.000 Tonnen fossiles CO2 einsparen. Damit wäre es vorstellbar, die ganze Öffi-Busflotte Wiens klimaneutral zu betanken. Im Rahmen des Forschungsprojekts ist auch ein Bus-Testbetrieb mit dem grünen Treibstoff geplant.
Über die Eröffnung der Anlage zeigte sich auch Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) erfreut: "Mit dieser Forschungsanlage ist Wien einmal mehr Vorreiter in der Forschung für die Energiewende. Solche innovativen Ansätze brauchen wir auf dem Weg zur Klimaneutralität und zur Stärkung unserer Versorgungssicherheit!"