Von Donnerstag auf Freitag sind in der spanischen Exklave Ceuta 60.000 Menschen illegal eingewandert. Die Ankunft von Migranten aus Marokko dauerte auch am Freitagmorgen an, wie es aus Polizeikreisen hieß. Auch die zweite Exklave Melilla ist von dem Massenansturm betroffen.
Aufgrund des Chaos an der Grenze zu dem Nachbarland schickte Madrid inzwischen das Militär als Verstärkung. Die Situation ist noch immer nicht unter Kontrolle. Die Exklaven Ceuta und Melilla sind die einzigen europäischen Landteile, die direkt an Afrika angrenzen - hier die Fotos:
Auf der marokkanischen Seite der Grenze randalierten die nach Spanien wollenden Personen. Sie warfen mit Steinen nach den vorbeifahrenden Polizeiautos.
Die Situation ist beängstigend. Spanische Medien berichten eine der größten Flüchtlingswellen, die die Stadt Ceuta bis jetzt jemals erlebt hat. Der spanische Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo spricht schon von einer "nationalen Sicherheitskrise" - hier die Fotos:
Regierungschef Pedro Sánchez wollte am Freitag gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska den Grenzübergang Tarajal in Ceuta besuchen, wie die Regierung mitteilte.
Es handelt sich um die größte Zahl der nach Ceuta gekommenen Migranten seit 2021. Damals stürmten mehr als 10.000 Menschen die Grenze zu der Exklave.
Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni nannte die Bilder aus Ceuta "schockierend". "Italien wird nicht tatenlos zusehen", kündigte auf X sie an. Ihre Regierung sei dabei, "die zuständigen Stellen zusammenzubringen". Sobald diese Treffen abgeschlossen seien, "sind wir bereit zu handeln, auch durch außergewöhnliche Maßnahmen (...) wie etwa das Aussetzen des Schengen-Abkommens mit Spanien".
Ähnlich hatte sich zuvor Italiens Außenminister Antonio Tajani geäußert. Die "irreguläre und unkontrollierte Einwanderung" stelle "eine Gefahr für die nationale Sicherheit" dar, begründete er die Forderung Roms.