Explosionen im Libanon

Israel bombt rund um Kreuzfahrerburg Beaufort

Israel zerstört laut eigenen Angaben Hisbollah-Tunnel bei der Kreuzfahrerburg Beaufort. Die UNESCO hatte das Bauwerk kürzlich unter Schutz gestellt.
Newsdesk Heute
31.07.2026, 11:52
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Die israelische Armee hat laut eigenen Angaben mehrere Sprengungen nahe der mittelalterlichen Kreuzfahrerburg Beaufort im Süden des Libanon durchgeführt. Mit rund 700 Tonnen Sprengstoff habe die Armee "Terror-Tunnel im Gebiet von Beaufort" zerstört, teilten der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von "sehr starken Explosionen" in der Nähe der Festung.

Netanjahu und Katz erklärten, die Sprengungen seien eine Antwort auf einen "eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhevereinbarung" durch die pro-iranische Hisbollah-Miliz am Mittwoch gewesen. Die israelische Armee hatte der Hisbollah vorgeworfen, die ohnehin brüchige Waffenruhe mit einem Drohnenangriff auf ein israelisches Armeefahrzeug im Süden des Libanon gebrochen zu haben. Die Miliz hat seit dem 20. Juni keinen Angriff auf Israel für sich beansprucht.

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Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abgefeuert hat. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die von der Hisbollah aber nicht anerkannt wird.

Israels Armee hatte die auf einem Hügel gelegene Burg Beaufort Ende Mai im Zuge ihrer Bodenoffensive im Süden des Libanon eingenommen. Im Juni gab die Armee bekannt, unter der Kreuzfahrerburg ein weitläufiges Tunnelsystem der Hisbollah entdeckt zu haben. Laut Armeeangaben wurde das Tunnelsystem vom Iran finanziert und so gebaut, dass es Hunderten Kämpfern Schutz bieten kann.

Israel hatte die Burg schon während seiner Invasion im Libanon 1982 erobert – nach einem langen Kampf mit palästinensischen Kämpfern, die sich in den Tunneln versteckt hatten. Bis zum Abzug im Jahr 2000 nutzte Israel die Burg als wichtigen Beobachtungs- und Abhörposten.

In der vergangenen Woche nahm die UNESCO die Kreuzfahrerburg im Eilverfahren in die Welterbeliste auf. Der libanesische Kulturminister Ghassan Salamé sagte der Nachrichtenagentur AFP, er befürchte, dass die israelische Armee die Festung Beaufort "sprengen könnte". Er hoffe, dass der Schutz des Denkmals durch die UNESCO-Entscheidung gestärkt werden könne, fügte er hinzu.

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