FPÖ-Anwalt soll in Kauf von Mandat verwickelt sein

Die Vorwürfe wiegen schwer: Ukrainische Geschäftsleute sollen sich mit Geld für ein FPÖ-Mandat in den Nationalrat eingekauft haben. Nun gibt es eine neue Spur.

Rückblick: Thomas Schellenbacher zog im Oktober 2013 für die FPÖ in den Nationalrat ein. Schellenbacher soll "ein Vertrauensmann" ukrainischer Geschäftsleute mit einer Verbindung zu einem Hotel am Semmering gewesen sein – und für das Mandat sollen zehn Millionen Euro an die FPÖ geflossen sein. Drei FPÖ-Politiker waren zwar vor Schellenbacher gereiht gewesen, alle verzichteten aber auf ihr Mandat.

Aus derselben Zeit soll ein erst kürzlich aufgetauchtes Foto stammen: Angeblich aufgenommen im Dienstwagen von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, zeigt das Bild eine Tasche voller fetter Geldbündel. Straches Ex-Leibwächter betont, dass die Tasche aus der Wiener Kanzlei eines Ex-FPÖ-Abgeordneten von Strache persönlich abgeholt worden sei. Strache bestreitet dies.

Fette 50-Euro-Bündel in einem Rucksack: Strache soll die Tasche voller Geld bei Anwalt Fichtenbauer in Empfang genommen haben.

Millionen sollen aufgeteilt worden sein

Ermittler sind nun dabei, die Causa rund um die Geldfotos aufzuarbeiten. Wie zackzack.at (Nachrichtenmagazin von Herausgeber Peter Pilz) nun berichtet, führt eine Spur in der Mandatskauf-Causa zum früheren FPÖ-Nationalrat und Volksanwalt Peter Fichtenbauer. Grund: Man habe "ungewöhnliche Zahlungsflüsse" gefunden.

Aber der Reihe nach: Ein Zeuge belastet laut "zackzack.at" mit einer eidesstaatlichen Erklärung Fichtenbauer schwer. Er habe mit Fichtenbauer als Vertreter der FPÖ den Kontakt zwischen Partei und Ukrainern hergestellt. Wie es weiter heißt, sei die Verteilung des Geldes fixiert gewesen: "Vier Millionen an die Partei und je zwei an Strache, Ernst N. und Fichtenbauer."

250.000 Euro bezahlt, wenig später tauchen offenbar 280.000 Euro auf Fichtenbauers Konto auf.

Kuriose Kontenvorgänge

Pikant: Nach dem Bericht verließ Strache im Juni 2013 die Kanzlei von Fichtenbauer mit "einer braunen Sporttasche". Es soll sich also genau um jene Tasche voller Geld handeln, deren Foto im Akt der Ermittler zu finden ist. Wenig später, im Juli 2013, gibt es laut Bericht einen Geldfluss von Fichtenbauer. Er begleicht eine Ausfallhaftung aus der Trigon-Bank-Insolvenz, die fehlenden 250.000 Euro werden bezahlt, Fichtenbauers Konto ist um genau den Betrag im Minus (Nummer 1 im Bild oben).

Doch wenige Tage vor der Nationalratswahl werden laut "zackzack.at" von einem Unbekannten, was eigentlich gar nicht möglich ist, 280.000 Euro auf Fichtenbauers Konto überwiesen (Nummer 2 im Bild oben). Ein Jahr später ein ähnlich kurioser Vorgang: Fichtenbauer soll einen Überziehungsrahmen von 262.000 Euro für drei Monate beantragt haben. Als Sicherheit wird eine 250.000 Euro hohe Einlage auf seinem Konto angegeben – doch das Geld soll gar nicht existiert haben, der Überziehungsrahmen dennoch abgesegnet worden sein.

Zahler unbekannt: Auf Fichtenbauers Konto sollen 280.000 Euro aufgetaucht sein, ohne dass ein Auftraggeber angegeben wurde.

Schwerwiegender Verdacht gegen FPÖ-Anwalt

Fichtenbauer soll dann 250.000 Euro aus dem Überziehungsrahmen auf sein anderes Konto überwiesen haben, ein Jahr später dann wieder zurück. Der Verdacht von "zackzack.at": "Alles deutet darauf hin, dass der plötzliche Reichtum des Peter Fichtenbauer aus den Schellenbacher-Millionen stammt." Das werfe die Frage auf, welche FPÖ-Politiker noch involviert seien und wer Bescheid wusste. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitikInnenpolitik

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