FPÖ hat mehr Spitzenverdiener als ÖVP

Der jährliche Gehaltsreport der Nationalratsabgeordneten ist da. Dort müssen sie melden, was sie nebenbei noch so verdient haben.

8.930,88 Euro verdient ein Nationalratsabgeordneter in Österreich. Manche noch mehr. Dem Unvereinbarkeitsgesetz zufolge muss jeder Abgeordnete einmal im Jahr offenlegen, was er noch so dazuverdient.

FPÖ mehr Spitzenverdiener als ÖVP

Gestaffelt ist das in fünf Kategorien. Wer die höchste Kategorie angibt, verdient neben seinem Abgeordneten-Gehalt noch zusätzlich mehr als 10.000 Euro im Monat.

2018 waren das neun Abgeordnete. Sie kommen aus fast allen Parteien, nur die Liste Jetzt hat keinen Spitzenverdiener in ihren Reihen.

Schaut man sich die zweithöchste Kategorie an, hat die ÖVP die Nase vorne. In der Zuverdienst-Kategorie 7.001 bis 10.000 Euro gibt es sechs ÖVP-Abgeordnete und drei FPÖ-Abgeordnete. Die SPÖ hat zwei, die Neos einen.

Neun Top-Verdiener

Bei der Analyse fällt auf, dass die meisten Spitzenverdiener des letzten Jahres für die FPÖ im Nationalrat sitzen. Vier bestbezahlte Abgeordnete gehören der blauen Fraktion an, drei der ÖVP. SPÖ und Neos haben je einen Spitzenverdiener.

Die eine bei den Neosist Karin Doppelbauer, Managerin beim US-Computerkonzern Dell. Bei der SPÖverdient Justizsprecher Johannes Jarolim als Anwalt mehr als 10.000 Euro monatlich dazu.

Die ÖVPhat mit Immobilienunternehmer Martin Engelberg, Ex-Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner und TU-Professor Rudolf Taschner drei Spitzenverdiener bei sich.

Tanja Graf, im Jahr 2017 ebenfalls Spitzenverdienerin bei der ÖVP, hat ihr Einkommen diesmal in der Kategorie 4 (7.001 bis 10.000 Euro) angesiedelt.

In der FPÖ-Fraktion haben sich neben dem bekannten Spitzenverdiener Harald Stefan (Notar) noch der Apotheker Gerhard Kaniak und Anwalt Christian Ragger in die höchste Kategorie eingeordnet. Vierter Spitzenverdiener im Bunde: Fahrschulinhaber und Bürgermeister von Radstadt, Christian Pewny.

Petra Wagner, im Jahr 2017 Spitzenverdienerin bei der FPÖ, hat ihr Zusatzeinkommen im folgenden Jahr (2018) nur mit 1 - 1.000 Euro angegeben.

Der Bestverdiener der Liste Jetztist nicht in den beiden Top-Kategorien zu finden. Anwalt Alfred Noll hat seine Nebeneinkünfte mit 3.501 bis 7.000 Euro monatlich angegeben.

Ohne Nebenjob

Abgeordnete die nichts dazuverdienen, gibt es auch. Sie bilden neben jenen, die 1.001 bis 3.500 Euro verdienen, sogar die größte Gruppe. 42 Abgeordnete meldeten keinerlei Nebeneinkünfte. Von ihnen sitzen die meisten in der SPÖ-Fraktion (15) und der FPÖ-Fraktion (11).

In der Kategorie bis 1.000 Euro Zuverdienst haben sich 26 Abgeordnete eingeordnet. 43 Abgeordnete verdienen zwischen 1.001 und 3.500 Euro monatlich dazu. Die Gruppe, die 3.501 bis 7.000 Euro Zuverdienst gemeldet hat, zählt 38 Abgeordnete. Insgesamt 12 Abgeordnete verdienen zwischen 7.001 und 10.000 Euro nebenbei, neun - wie bereits erwähnt - über 10.000 Euro.

Nicht alle Abgeordneten mussten ihre Nebeneinkünfte diesmal melden. Solche, die ohne Fraktion sind oder noch zu kurz im Parlament sitzen, sind von der Meldepflicht 2018 ausgenommen. (csc)

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