Politik

FPÖ-Historiker arbeiten noch an NS-Kapitel

Die Historikerkommission der FPÖ will bald einen ersten Zwischenbericht veröffentlichen. Das Kapitel zur NS-Vergangenheit ist aber noch in Arbeit.
Heute Redaktion
13.09.2021, 19:03

Wie der "Kurier" in seiner Online-Ausgabe am Sonntag berichtete, will die FPÖ-Historikerkommission gegen Ende November einen ersten Zwischenbericht über die bereits abgearbeiteten Kapitel der freiheitlichen Parteigeschichte veröffentlichen. Das bestätigte der Leiter der Kommission, Wilhelm Brauneder.

Eingesetzt hatte die Kommission FPÖ-Parteiobmann Strache selbst, nachdem im vergangenen niederösterreichischen Wahlkampf extremst rassistische Liederbücher bei einer Burschenschaft aufgetaucht waren, der auch der FPÖ-Spitzenkandidat zum niederösterreichischen Landtag, Udo Landbauer, angehört hatte. Die Vorwürfe zerstreuten sich kurz nach der Wahl allerdings wieder, nachdem ein gerichtliches Gutachten Landbauer entlastet hatte ("Heute" berichtete).

Brauneder will "braune Flecken" offenlegen

Der ehemalige Jus-Professor Brauneder gibt sich im Gespräch mit dem "Kurier" entschlossen: "Die braunen Flecken der Partei werden jedenfalls offengelegt. Das auf jeden Fall. Wäre mir ein Maulkorb umgehängt worden, hätte ich die Aufgabe ja gar nicht übernommen."

Derzeit arbeiten sieben Historiker an der Causa: "Bisher habe ich eine Reihe von Beiträgen bekommen, es sind aber noch welche ausständig", ao Brauneder. Bereits durchforstet sollen bereits sämtliche Parteiprogramme der FPÖ geworden sein, zur Auswertung und inhaltlichen Bewertung dieser Programme bezog Brauneder jedoch noch nicht Stellung.

Der wohl größte Brocken liegt allerdings noch vor der Kommission: Die Rolle von späteren FPÖ-Funktionären in der NSDAP wurde noch nicht beleuchtet. Brauneder bemüht sich aber in diesem Zusammenhang auch zu erwähnen, dass man auch die Kontakte der ÖVP zum VDU (Verband der Unabhängigen, Vorläuferpartei der FPÖ, gegründet 1949, Anm.) untersuche. Das werde noch zeigen, dass es da "keine Berührungsängste gab", so Brauneder gegenüber dem "Kurier". (red)

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